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Glaeske: Zu viele schlechte Apotheker

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Glaeske: Zu viele schlechte Apotheker
 


Der Pharmazeut und Gesundheitsexperte Professor Gerd Glaeske (Foto) ist mit der Performance seiner Kollegen nicht zufrieden. «30 Prozent der Apotheker machen ihre Arbeit nicht gut», sagte Glaeske beim Kooperationsgipfel in München. Bei fast allen Apothekentests falle fast ein Drittel der Apotheker durch. Es gebe in fast jeder Untersuchung dieselbe Verteilung, egal wie groß die Stichprobe sei. Glaeske: «In 30 bis 40 Prozent der Apotheken wird wirklich gut gearbeitet, 30 Prozent machen ihre Aufgabe ordentlich, der Rest ist schlecht.»
 
Absolute Minimalanforderung an seine Kollegen ist für Glaeske die Vorgabe: «Eine Frage geht immer.» Er erwartet aber auch, dass Apotheker regelmäßig die aktuelle Fachliteratur lesen und sich im Team darüber austauschen, welche Arzneimittel aufgrund erwiesener Wirksamkeit abgeben werden sollen. Dies sei wichtig. Es gebe in fast jeder Indikation gute und schlechte Präparate. Für die Apotheker müsse es selbstverständlich sein, die guten zu kennen und den Patienten zu empfehlen.
 
Glaeske warnte seinen Kollegen davor, mit einem nicht ausreichenden Wissen in das Medikationsmanagement einzusteigen. Es sei zwar unbestritten, dass dieses nur dann funktionieren könne, wenn die Apotheker eine bedeutende Rolle für sich reklamieren. Dafür müssten aber auch alle Apotheker in der Lage sein, ihre Patienten gemeinsam mit den Ärzten zu betreuen. Eine entscheidende Rolle spielen dabei für Glaeske die Universitäten, dort müsse die Klinische Pharmazie eine wesentlich größere Bedeutung bekommen.
 
Glaeske geht davon aus, dass sich die Apotheker in Zukunft auf mehr Wettbewerb einstellen müssen. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel endgültig falle. Schon im Jahr 2020 könne es so weit sein. Offen blieb allerdings, auf welcher Erkenntnis diese Prognose gründet.
 
Glaeske sieht in einer Abschaffung der Preisbindung allerdings kein großes Problem. Die Apotheker hätten derzeit gute ökonomische Rahmenbedingungen. Deutlich wichtiger als die Preisbindung sei die Kundenbindung. (dr)
 
16.02.2017 l PZ
Foto: PZ/Christiane Berg
 

 

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