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Rezepturverordnung: Missverständnisse ausräumen

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Rezepturverordnung: Missverständnisse ausräumen
 


Beim Thema Rezeptur haben Apotheker und Arzt ein gemeinsames Ziel: Der Patient soll mit einem wirksamen und qualitativ hochwertigen Arzneimittel versorgt werden. Doch Missverständnisse und Kommunikationsschwierigkeiten beider Berufsgruppen stehen dem nicht selten im Weg. Dr. Stefanie Melhorn vom DAC/NRF in Eschborn erläuterte bei der Tandem-Veranstaltung Transdisziplinarität an der Hautklinik der Universität Mainz, wie sich solche Missverständnisse bei der Verordnung von Rezepturarzneimitteln vermeiden und ausräumen lassen.
 
Die Apothekerin empfahl Apothekern und Ärzten, einige Grundregeln bei der Kommunikation zu beachten. So appellierte sie etwa an die Ärzte, ihrer Verordnung immer eine Gebrauchsanweisung für den Patienten beizufügen. Die Arzneimittelverschreibungsverordnung fordert eine solche Gebrauchsanweisung auf der Verordnung, die Apothekenbetriebsordnung zudem auf dem Rezepturarzneimittel. «Der Arzt sollte möglichst genaue Hinweise zum Anwendungsort, -zeitpunkt sowie zur Häufigkeit und Dauer der Anwendung geben», so Melhorn. Das DAC/NRF empfiehlt etwa in einer Vorlage, die Bereiche, die behandelt werden sollen, auf einer schematischen Darstellung des menschlichen Körpers genau zu kennzeichnen – das sei insbesondere auch für Patienten mit geringen Deutschkenntnissen hilfreich.
 
Überschreitet der Arzt bei der Rezepturverordnung die obere Richtkonzentration, sollte er dies mit Ausrufezeichen kennzeichnen. So könne der Apotheker gleich ausschließen, dass es sich um ein Versehen handelt. Ebenso sollte der Arzt kenntlich machen, wenn er eine unkonservierte Zubereitung wünscht, sagte Melhorn. «Denn viele Apotheken verwenden heute industriell hergestellte Grundlagen, diese sind im Normalfall konserviert», so die Apothekerin.
 
Probleme bereiteten häufig Rezepturen mit Externsteroiden, berichtete Melhorn. «Auf der Verordnung stehen dann etwa Betamethason, Clobetasol oder Triamcinolon. Diese sind allerdings kutan nicht oder kaum wirksam, es müssen die Ester wie Betamethasonvalerat, Betamethasondipropionat, Clobetasolpropionat und Triamcinolonacetonid verarbeitet werden», so die Apothekerin. Aber: Den Austausch eines Wirkstoffs muss der Apotheker immer mit dem Arzt besprechen. Kleinere galenische Eingriffe – etwa ein Zusatz von Puffern oder Antioxidanzien – kann er dagegen ohne Rücksprache mit dem Arzt vornehmen. (va)
  
16.02.2017 l PZ
Foto: Fotolia/venusangel
 

 

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