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LED-Lampen: Blaues Licht schadet den Augen

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LED-Lampen: Blaues Licht schadet den Augen
 


Licht bestimmter Wellenlängen aus energiesparenden LED-Lampen könnte die Netzhaut (Retina) schädigen. Darauf deuten die Ergebnisse einer Forschergruppe vom französischen Institut Inserm hin. Die Wissenschaftler um Arthur Krigel untersuchten die Wirkung verschiedener Lichtarten auf die Augen von Ratten. Bei einer Lichtintensität, die der in einer normalen Wohnung entspricht, wurde die Retina der Tiere lediglich von kaltweißen LED-Lampen geschädigt, nicht von Glühbirnen oder Leuchtstoffröhren. Im Fachjournal «Neuroscience» macht die Gruppe dafür den hohen Anteil an blauem Licht verantwortlich, der in LED-Lampen mit gelbem Licht vermischt wird, um weißes Licht zu erzeugen.

Für ihre Untersuchung verwendeten die Forscher normal pigmentierte Ratten und Albinos. Alle Versuchstiere wurden zunächst über 24 Stunden der sehr hohen Lichtintensität von 6000 Lux aus den verschiedenen Lichtquellen ausgesetzt. Dies führte unabhängig von der Lichtart zu einer Entzündung der Retina und in der Folge zur Apoptose von Netzhautzellen. Bei einer geringeren Lichtintensität (500 Lux), der die Tiere über eine Woche beziehungsweise einen Monat in einem normalen Tag-Nacht-Rhythmus ausgesetzt waren, setzten dagegen nur LED-Lampen diese Prozesse in Gang. Die Schädigung war bei Albinos ausgeprägter, bei den normal pigmentierten Tieren aber auch vorhanden.

Ihre Ergebnisse zeigen, dass die wiederholte Exposition von weißem Licht aus LED-Lampen die Augen bereits bei normalen Lichtstärken schädigt, so die Autoren. Dies widerspreche kürzlich veröffentlichten Arbeiten, die eine Schädigung lediglich bei sehr hoher Lichtintensität gesehen hatten. Sie merken an, dass die für LED-Lampen zurzeit geltenden Bestimmungen und Standards auf der Basis einer akuten Lichtexposition etabliert wurden und die regelmäßige Anwendung dieser Lichtquellen nicht berücksichtigen. Weitere Forschung sei daher notwendig, um das mögliche Gefährdungspotenzial von LED-Lampen vollständig aufzudecken. (am)

DOI: 10.1016/j.neuroscience.2016.10.015
 
27.01.2017 l PZ
Foto: Fotolia/Zffoto
 

 

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