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Studie: Deutsche essen immer noch zu viel Fleisch

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Studie: Deutsche essen immer noch zu viel Fleisch
 


Die Techniker Krankenkasse (TK) wirbt für eine bewusstere Ernährung, aber ohne Verbote und Sanktionen. «Essen ist viel mehr als nur Nahrungsaufnahme. Es ist Kultur, Genuss und bringt Menschen zusammen», erklärte TK-Chef Jens Baas heute anlässlich der Vorstellung einer neuen Studie zum Ernährungsverhalten in Deutschland.
 
Die Ernährungsstudie «Iss was, Deutschland» macht laut der Krankenkasse deutlich, dass Verbraucher in Deutschland zwar viel über die negativen Auswirkungen von hohem Fleischkonsum wie Massentierhaltung, Klimawandel oder eben Übergewicht wissen, ihr Essverhalten aber noch zu wenig diesen Erkenntnissen anpassen. Obwohl es zahlreiche vegane Kochbücher gebe, Fastfood-Ketten vegetarische Burger anböten und viele Supermärkte fleischfreie «Wurst» verkauften, hätten nur 2 Prozent der Befragten angegeben, Vegetarier zu sein. «Vegan ernähren sich sogar nur 1 Prozent.» Immerhin bezeichneten sich 13 Prozent als «Flexitarier». Diese ernähren sich hauptsächlich vegetarisch, nehmen aber gelegentlich auch hochwertiges Fleisch zu sich. Bei 41 Prozent dieser Flexitarier bedeutet das ein- bis zweimal in der Woche. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht mehr als 600 Gramm Fleisch und Wurstwaren pro Woche zu essen.
 
Bezüglich vegetarischer «Fleischprodukte» sagte Baas an Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gerichtet, die Frage sei nicht, ob vegetarische Produkte Wurst oder Frikadelle heißen dürften, «sondern ob der Verbraucher weiß, was an Zusatzstoffen in seiner vermeintlich gesunden Alternative steckt». Schmidt will Fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane Lebensmittel verbieten. TK-Chef Baas sieht Industrie und Politik in der Pflicht, die Kennzeichnung von Lebensmitteln verständlicher zu machen.
 
Den größten Anteil von Fleischessern gibt es der Studie zufolge im mittleren Westen Deutschlands. In Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz sowie im Saarland liegt er bei 89 Prozent. Vorreiter in Sachen Fleischverzicht sind demnach die Menschen in Baden-Württemberg. Dort ernährt sich fast ein Viertel fleischarm.
 
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11.01.2017 l dpa
Foto: Fotolia/gkrphoto
 

 

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