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Pharmaziestudium 2.0

EDITORIAL

 

Pharmaziestudium 2.0


Würden Sie noch einmal Pharmazie studieren? Mal überlegen: Apotheker­beruf? Gerne. Pharmaziestudium? Nein, danke. Das muss sich dringend ändern. All das Auswendiglernen, der vollgepackte Stundenplan, die vielen Prüfungen und teilweise praxisfernen Inhalte – puh! Wahrscheinlich hätten deutlich mehr Pharmaziestudenten Lust auf Hörsaal und Laborpraktikum, wenn die neuen Forderungen des Bundesverbands der Pharmaziestudierenden (BPhD) zur Änderung der Approbationsordnung und Verbesserung des Pharmaziestudiums umgesetzt würden.

 

Die Studierenden haben sich gründlich mit dem aktuellen Curriculum und der Struktur des Studiums auseinandergesetzt. Alle Pharmaziestudenten in Deutschland wurden zur Sinnhaftigkeit der verschiedenen Themen der Approbations­ordnung, Gewichtung der Fächer, zu fehlenden Inhalten sowie zu Famulatur und Wahlpflichtfach befragt. Eine Arbeitsgruppe mit rund 20 Studenten sichtete und diskutierte die Ergebnisse. Das Ergebnis ist ein elfseitiges Thesenpapier, das der BPhD vergangene Woche vorstellte (lesen Sie dazu Pharmaziestudium: Das soll neu rein, das soll raus).

 

Die Vorschläge kommen einer wohlbedachten Totalentrümpelung des Studiums gleich. Natürlich soll die Pharmazie ein fächerübergreifendes Studium bleiben, das naturwissenschaftliche Grundlagen braucht und künftige Apothe­ker für verschiedene Arbeitsbereiche fit macht. Aber warum müssen angehende Akademiker dazu ein ganzes Semester lang titrieren? Mehr Patienten­bezug ist der große, sinnvolle Wunsch.

 

Als die Pharmazeutische Zeitung darüber berichtete, war die Resonanz auf Facebook unter Studenten und jungen Apothekern durchweg positiv. Eine Nutzerin bringt es auf den Punkt: »Wann macht dein Beruf dir Freude? Wenn du jemandem ­helfen konntest oder wenn eine Dünnschichtchromatografie nach fünf Stunden endlich den Chamazulen-Gehalt im Kamillentee bestätigt hat?« Viele Diskutanten bedauerten, dass die Änderungsvorschläge für sie zu spät ­kommen.

 

Angesichts des drohenden Nachwuchsmangels und des neuen Leitbilds ist die Überarbeitung des Studiums dringend notwendig. Bleibt zu hoffen, dass Hochschulprofessoren und Standesvertreter die Vorschläge der Studenten ernst nehmen und möglichst schnell darauf reagieren – für einen noch besser ausgebildeten, motivierten Berufsnachwuchs, der in einem sich stets wandelnden Beruf die Übersicht behält.

 

Daniela Hüttemann 

Redakteurin Pharmazie 



Beitrag erschienen in Ausgabe 02/2017

 

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