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Bluthochdruck: Freie Kombination schlägt Fixkombi

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Bluthochdruck: Freie Kombination schlägt Fixkombi
 


Bislang ging man immer davon aus, dass Patienten lieber ein Kombinationspräparat einnehmen statt zwei einzelne Medikamente. Jetzt hat eine Analyse mit Bluthochdruckpatienten gezeigt, dass die Adhärenz deutlich höher war, wenn die Patienten ihre Antihypertensiva einzeln einnahmen statt eine feste Kombination zu schlucken. Die Auswertung von rund 8000 Patienten ergab, dass nach vier Jahren noch 39,8 Prozent ihr Kombipräparat nahmen. Fast genauso niedrig war die Adhärenz bei Patienten mit Monotherapie. Diejenigen, die zwei einzelne Blutdruckmittel einnehmen sollten, taten dies dagegen noch zu 56,4 Prozent.

Die beiden Studienautoren Thomas Grimmsmann vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen in Mecklenburg-Vorpommern und Wolfgang Himmel vom Institut für Allgemeinmedizin der Universität Göttingen stellen damit die europäische Leitlinie zur Hypertonie-Behandlung in Frage, nach der möglichst Kombinationspräparate verordnet werden sollen. Sie empfehlen im Fachjournal «BMJ Open», eine Hypertoniebehandlung mit einer freien Kombination zu starten. Der Vorteil sei, dass die Patienten dann vielleicht eigenmächtig nur eine Tablette absetzen, was immer noch besser wäre, als wenn mit einem Kombipräparat beide Wirkstoffe wegfielen.

«Mehrere Tabletten erhöhen nicht die Wahrscheinlichkeit, dass die Medikamente komplett verweigert werden, wohingegen das Weglassen eines fixen Kombinationspräparates tatsächlich den kompletten Ausstieg aus der Behandlung bedeutet», so zitiert die «Süddeutsche Zeitung» die Forscher. (dh)

DOI: 10.1136/bmjopen-2016-011650
 
10.01.2017 l PZ
Foto: Fotolia/Cello Armstrong
 

 

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