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Statt Rx-Versandverbot: SPD verspricht Apotheken mehr Geld

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Statt Rx-Versandverbot: SPD verspricht Apotheken mehr Geld
 


Apotheker sollen nach dem Willen der SPD-Fraktion für Nachtdienste und bessere Beratung mehr Geld bekommen. So könnten Apotheker belohnt werden, die Beratungskabinen einrichten, um Kunden die Peinlichkeit öffentlicher Verkaufsgespräche zu ersparen. Auch die detaillierte Aufklärung über mögliche Wechselwirkungen solle ihnen zusätzlich Geld einbringen, berichtete der «Spiegel». Mit dem Vorschlag reagiert die Fraktion auf die Kampagne der Apotheker gegen den Rx-Versandhandel.
 
Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), wonach die Preisbindung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln für ausländische Versandapotheken hinfällig ist, würde die deutschen Apotheken ins Hintertreffen bringen, hieß es. Die Offizinen hätten nur einen geringen Anteil am Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln und gäben diese vor allem im Geschäft vor Ort ab. Der SPD-Gesundheitsexperte und Fraktionsvize Karl Lauterbach sagte dem «Spiegel», auf diese von der SPD vorgeschlagene Weise werde den niedergelassenen Apothekern geholfen, sich gegen Internetkonkurrenz zu behaupten. Das von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) geplante Versandhandelsverbot lehnt die SPD hingegen ab.
 
Bayerns Ministerin Melanie Huml (CSU) erklärte: «Der Vorstoß der Bundes-SPD ist nur ein Herumdoktern am Symptom, anstatt das Problem an der Wurzel zu packen. Für eine flächendeckende Arzneimittelversorgung brauchen wir das Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.» Deshalb begrüße Bayern Gröhes Gesetzentwurf. Huml bekräftigte: «Ich will keinen ruinösen Preiskampf zu Lasten unserer Apotheken. Es kann nicht sein, dass Versandapotheken, die in anderen Mitgliedstaaten der EU ansässig sind, vor allem die Versorgung von chronisch kranken Patienten und den Verkauf hochpreisiger Arzneimittel an sich ziehen – und zwar ohne wichtige Dienstleistungen für das Gemeinwohl wie die Notfallversorgung zu übernehmen.»  Der Bundesrat hatte am 25. November dem Vorstoß Bayerns für ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zugestimmt.
 
Mehr zum Thema EuGH zur Preisbindung
 
19.12.2016 l dpa
Foto: Fotolia/Contrastwerkstatt
 

 

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