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Rx-Versandhandel: Lauterbach wirbt für Erhalt

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Rx-Versandhandel: Lauterbach wirbt für Erhalt
 


Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Professor Karl Lauterbach (Foto), wirbt bei seinen Parteikollegen weiterhin dafür, das geplante Versandverbot mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln abzulehnen. Die SPD-Fraktion im Bundestag hatte sich bislang gegen das  Versandverbot ausgesprochen, Lauterbach selbst ist strikter Gegner des Verbots. Einzelne SPD-Politiker aus den Ländern befürworten es jedoch. In seinem Schreiben listet Lauterbach nun nochmals seine Argumente auf.
 
Es gebe keine Belege dafür, dass Versandapotheken die Apothekendichte in Deutschland gefährden, schreibt der Gesundheitsexperte. Die wirtschaftliche Lage der allermeisten Apotheken sei gut, ihre Anzahl stabil. Der Anteil des Versandhandels am Umsatz mit rezeptpflichtigen Medikamenten betrage auch nur 0,5 Prozent. In sechs EU-Staaten sei der Versandhandel mit Rx-Arzneien erlaubt, in keinem von ihnen habe ein Apothekensterben eingesetzt, so Lauterbach.
 
Die Sorgen der Apotheker nennt der Politiker trotzdem «teilweise nachvollziehbar». Bereits gestern hatte er in einem Gespräch mit Journalisten dafür geworben, statt eines Versandverbots lieber Beratungen und Notdienste der Apotheker besser zu vergüten. Dies bekräftigte er nun in seinem Schreiben an die Fraktionskollegen. «Derzeit gibt es keine Möglichkeit für Apotheker, eine besonders aufwendige Aufklärung des Patienten abzurechnen, obwohl dafür wachsender Bedarf besteht», schreibt Lauterbach. Hier müsse man eine Reform anstoßen.
 
Auch mehr Ärzte auf dem Land würden den dortigen Apotheken helfen, argumentiert Lauterbach weiter. Denn wo genug Landärzte existierten, da gebe es auch kein Apothekensterben. Ein Versandverbot dagegen würde die Menschen in ländlichen Regionen doppelt bestrafen, schreibt der Politiker. Dort wo die Wege zur nächsten Apotheke ohnehin weit sind, würden die Patienten so die einzige Alternative verlieren, Medikamente direkt nach Hause zu ordern.
 
In dieser Woche hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) einen Gesetzentwurf für ein solches Verbot vorgelegt. Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Oktober: Er hatte entschieden, dass die deutsche Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente gegen EU-Recht verstößt. Infolge des Urteils können ausländische Versandapotheken diese Mittel nun günstiger an deutsche Patienten verkaufen als niedergelassene Apotheken. Diese befürchteten hohe Umsatzeinbußen, Gröhes Versandverbot soll das verhindern. (ap) 
 
Mehr zum Thema EuGH zur Preisbindung
 
15.12.2016 l PZ
Foto: spdfraktion.de (Susie Knoll/Florian Jänicke)
 

 

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