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Doc Morris: Homepage gegen Versandverbot

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Doc Morris: Homepage gegen Versandverbot
 


Die niederländische Versandapotheke Doc Morris will deutsche Patienten gegen das von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) geplante Versandverbot einstimmen und hat dazu eine eigene Internetseite eingerichtet. Auf der Homepage versandapotheken-kein-verbot.de stellt das Unternehmen seine Sicht der Dinge dar, die in weiten Teilen denen der Offizin-Apotheker widerspricht.
 
Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem Oktober. Er hatte entschieden, dass die bislang in Deutschland geltende Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel gegen EU-Recht verstößt. Infolge des Urteils dürfen ausländische Versandapotheken wie Doc Morris diese Medikamente nun günstiger an deutsche Patienten verkaufen als niedergelassene Apotheken in Deutschland.
 
Gegen diese Entwicklung laufen die deutschen Apothekerorganisationen Sturm und werden darin von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) unterstützt: Er legte in dieser Woche einen Gesetzentwurf vor, der den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland ganz verbieten will, so wie es bis 2004 der Fall war. Nur rezeptfreie Präparate könnten Patienten dann noch im Internet bestellen.
 
Doc Morris will das geplante Versandverbot nun stoppen. Es bevormunde Patienten in der Frage, ob sie ihre Medikamente lieber vor Ort in einer Apotheke oder im Internet kaufen möchten, heißt es auf der neuen Homepage. Es benachteilige Menschen in abgelegenen Regionen, chronisch Kranke und Menschen mit geringem Einkommen, die durch die Rabatte der Versandapotheken Geld sparen. Auch berufstätige Menschen profitierten vom Versandhandel, da sie dadurch nicht von Apothekenöffnungszeiten abhängig seien, so Doc Morris.
 
Dass der Versandhandel Offizin-Apotheken bedrohe, sei eine bloße Behauptung, schreibt die Versandapotheke. Schließlich hätten die Versender nur einen Marktanteil von 3 Prozent, ein Apothekensterben sei dadurch nicht zu befürchten. Für Patienten in ländlichen Regionen seien Versandapotheken besonders wichtig. Deutsche Apothekenorganisationen argumentieren allerdings, dass die nun erlaubten Rabatte der Versender den wenigen Apotheken in ländlichen Regionen endgültig die Geschäftsgrundlage entziehen. Dabei arbeiteten diese Apotheken hart dafür, Patienten auch in abgelegenen Orten durch Botendienste und Rezeptsammelstellen zuverlässig zu versorgen.
 
Auch das Argument der niedergelassenen Apotheker, dass Versandapotheken ihre Kunden weder beraten, noch Rezepturen herstellen, Betäubungsmittel abgeben und Notdienste leisten, lässt Doc Morris nicht gelten. Das Unternehmen biete selbst Telefonberatungen und Medikamentenchecks an, heißt es auf der Homepage. Und von den Notdiensten habe man sich sozusagen freigekauft: Doc Morris führe jedes Jahr mehr als 500.000 Euro an den Nacht- und Notdienstfonds der Apotheken ab.
 
Doc Morris ruft deutsche Patienten nun dazu auf, sich gegen das geplante Versandverbot stark zu machen. «Sprechen Sie Politiker in Ihrer Region an. Oder schreiben Sie ihnen, wenn Sie Versandapotheken als Teil des Angebots behalten möchten», heißt es auf der Homepage des Unternehmens. (ap)
 
Zur Website www.versandapotheken-kein-verbot.de (externer Link)
  
Zum Thema EuGH zur Preisbindung

15.12.2016 l PZ
Foto: versandapotheke-kein-verbot.de
 

 

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