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Noweda startet Kampagne für Apotheker

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Noweda startet Kampagne für Apotheker
 


Der Pharmagroßhändler Noweda wirbt mit einer Plakatkampagne für die Apotheke vor Ort. Wie das Unternehmen heute mitteilte, fühle man sich verpflichtet, die Bevölkerung über die Folgen des Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem Oktober zu informieren. Somit existiert nun bereits die vierte Kampagne für die Sache der Apotheker: Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hatte in dieser Woche eine eigene Kampagne gestartet, der Wort&Bild-Verlag zeigt ebenfalls seit dieser Woche Fernsehspots mit dem Slogan «Danke, Apotheke». Kammer und Apothekerverband Schleswig-Holstein hatten bereits Ende November eine PR-Kampagne mit dem Titel «Ick bün all dor» vorgelegt.
 
Hintergrund ist ein Urteil des EuGH aus dem Oktober. Er hatte entschieden, dass die deutsche Preisbindung für rezeptpflichtige Arzneimittel gegen EU-Recht verstößt. Ausländische Versandapotheken können diese Präparate nun günstiger an deutsche Patienten versenden. Deutsche Apotheker fürchten Umsatzeinbußen, einige sagen gar ein Apothekensterben voraus.
 
Mit der Kampagne wolle man die Leistungen der niedergelassenen Apotheker betonen und zeigen, welche Gefahr der flächendeckenden Versorgung droht, teilte Noweda mit. Die Aktion besteht aus zwei Teilen: Einerseits versendet Noweda in den kommenden Wochen kostenlos Plakate an alle ihre Mitgliedsapotheken. Auch Nicht-Mitgliedern stellt das Unternehmen die Poster auf Wunsch gratis zu Verfügung. Sie enthalten Aussagen wie «Welche ausländische Versandapotheke versorgt nachts ihr Kind? Keine.» So wolle man zeigen, dass sich Versandapotheken an vielen wichtigen Apothekenleistungen nicht beteiligen, etwa nicht beraten und betreuen, Rezepturen herstellen, mit Betäubungsmitteln versorgen oder Notdienste leisten, erklärte Noweda.
 
Dieselbe Information enthält auch ein Schreiben, mit dem sich Noweda an Politiker in ganz Deutschland richtet. Es stellt den zweiten Teil der Kampagne dar. Der Brief sei bereits an die Mitglieder des Bundestags und des Gesundheitsausschusses, die Gesundheitsminister der Länder, die parlamentarischen Staatssekretäre sowie rund 1000 Bürgermeister im ganzen Land gegangen, teilte der Pharmagroßhändler mit.
 
Man rechne damit, die Folgen des EuGH-Urteils sehr lange öffentlich thematisieren zu müssen, sagte Noweda-Vorstand Michael Kuck. Schließlich seien sie nur wenigen Verbrauchern bewusst. Die Bürger müssten deshalb mit deutlichen Worten aufgeklärt werden. Informationen zur Kampagne sind im Internet einzusehen. Auch die Plakate können dort heruntergeladen werden. Im Dezember und Januar werden sie gedruckt und versendet. (ap)
 
Zur Kampagne: www.die-apotheke-hilft.de (externer Link) 
 
Zum Thema EuGH zur Preisbindung 
 
15.12.2016 l PZ
Foto: Noweda
 

 

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