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SPD in Sachsen-Anhalt will Apothekern helfen

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SPD in Sachsen-Anhalt will Apothekern helfen
 


Die SPD in Sachsen-Anhalt will sich für die Apotheker im Bundesland stark machen. Das versprach Beate Bröcker (Foto, SPD), Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration, im Gespräch mit Vertretern der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt. Der stellvertretende Kammervorsitzende Thomas Rößler und Vizepräsident Lars Alexander Mohrenweiser waren am vergangenen Freitag einer Einladung ins Ministerium gefolgt. Dort informierten sie die Staatssekretärin über die Sorgen der Apotheker nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem Oktober.
 
Der EuGH hatte entschieden, dass die deutsche Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente gegen EU-Recht verstößt. Ausländischen Versandapotheken können diese Arzneien deshalb künftig günstiger an deutsche Patienten liefern. Deutsche Apotheker befürchten nun Umsatzeinbußen bei diesen Präparaten. «Wenn ausländische Versender einen Preiskampf entfachen, wird die kleine Apotheke in der Nachbarschaft oder auf dem Dorf langfristig aufgeben müssen», sagte Rößler. Dadurch würden kleinen Gemeinden Steuereinnahmen entgehen und Arbeitsplätze gefährdet.
 
Es stimme nicht, dass Patienten auf dem Land auf Versandapotheken angewiesen seien, sagte Rößler. «Immer da, wo die Wege weit sind, hat die Kammer Rezeptsammelstellen genehmigt, die täglich bedient werden», stellte er klar. Damit würden Patienten noch am selben, spätestens aber am nächsten Tag durch eine nahegelegene Apotheke versorgt. Der Versandhandel müsse keine Lücke füllen, denn es gebe keine.
 
Die Staatssekretärin habe die Sorge der Apotheker verstanden und versprochen, den Apothekern den Rücken zu stärken, teilte die Kammer mit. Wie genau diese Unterstützung aussehen soll, gab die Kammer jedoch nicht bekannt. Die Apotheker selbst favorisieren ein Verbot des Versandhandels mit Rx-Arzneien. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat bereits einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt, der auf Bundesebene jedoch von der SPD abgelehnt wird. Auf Länderebene hatten sich dagegen einige SPD-Politiker zustimmend geäußert, so etwa in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Brandenburg und Berlin. (ap)
 
Mehr zum Thema EuGH zur Preisbindung
 
15.12.2016 l PZ
Foto: Apothekerkammer Sachsen-Anhalt
 

 

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