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NEUE ARZNEISTOFFE

28 Broncholytika / Antiasthmatika


Omalizumab, Xolair® Injektion (Novartis Pharma)

Der Anti-IgE-Antikörper Omalizumab wird als Zusatztherapie zur verbesserten Asthmakontrolle bei Erwachsenen und Jugendliche ab zwölf Jahren angewendet, die einen positiven Hauttest oder eine In-vitro-Reaktion auf ein ganzjährig auftretendes Aeroallergen zeigen und trotz täglicher Therapie mit hoch dosierten inhalativen Corticosteroiden und einem lang wirkenden Beta-2-Agonisten schwere Anfälle haben.

 

Der Arzneistoff wirkt, indem er selektiv das Schlüsselmolekül der allergischen Reaktion, Immunglobulin E (IgE), blockiert. Dadurch unterbricht er die Kettenreaktion bereits kurz nach dem Start, so dass die Allergie- und Asthmasymptome ausbleiben oder deutlich gemindert werden. Zudem reduziert Omalizumab die Aktivität und Anzahl der IgE-Rezeptoren auf der Oberfläche der Basophilen beziehungsweise den Mastzellen, so dass weniger freies IgE gebunden werden kann. Dadurch wird die Freisetzung von Entzündungsmediatoren wie Histamin und Leukotrienen aus den Mastzellen gehemmt. Omalizumab wird subkutan injiziert, wobei sich die Dosis am Körpergewicht und IgE-Serumspiegel des Patienten orientiert.

 

Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt 62 Prozent, maximale Serumkonzentrationen werden nach sieben bis acht Tagen erreicht. Da die Mastzellen bereits vor der Antikörpergabe mit IgE besetzt sind, setzt die klinische Wirkung nicht sofort ein. In der Regel lässt sich nach 16 Wochen eine Wirkung beobachten. Die Zulassung beruht auf sechs Studien, in denen Omalizumab die Asthmaanfälle und den Bedarf an inhalativen Glucocorticoide deutlich reduzierte. An der randomisierten placebokontrollierten INNOVATE-Studie (Investigation of Omalizumab in severe Asthma Treatment) nahmen 419 Patienten mit schwerem allergischem Asthma bronchiale teil, die trotz maximaler verfügbarer Behandlung eine eingeschränkte Lungenfunktion und häufige Exazerbationen aufwiesen.

 

Verglichen mit Placebo plus Standardtherapie lag bei der Behandlung mit Omalizumab zusätzlich zur Standardtherapie die Rate klinisch relevanter Anfälle, die eine Notaufnahme nötig machten, um signifikante 26 Prozent niedriger. Schwere Exazerbationen traten in der Omalizumab-Gruppe sogar nur halb so häufig auf. Zudem besserte sich die Lebensqualität der Betroffenen signifikant. Eine Metaanalyse aus sieben Studien untermauert diese Resultate. Insgesamt ließ sich durch den Antikörper die Asthmaanfallsrate um 38 Prozent, die Anzahl der notfallmäßigen Behandlungen um 47 Prozent und die Rate an Krankenhauseinweisungen um 51 Prozent verringern. Der Erfolg war unabhängig von Alter oder Geschlecht, jedoch um so ausgeprägter, je schwerer das Asthma des Patienten war. Die Therapie wurde in den klinischen Studien generell gut vertragen, unerwünschte Wirkungen traten in den mit Omalizumab behandelten und den Kontrollgruppen mit gleicher Häufigkeit auf. Häufigste Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen und Reaktionen an der Injektionsstelle wie Schwellungen, Rötungen und Juckreiz.

 


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