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Schweiz: Mehr Kompetenz für Apotheker

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Schweiz: Mehr Kompetenz für Apotheker
 


Die Apotheker in der Schweiz bereiten sich auf einen neuen Versorgungsauftrag vor. «Der Mangel an Hausärzten führt zur Kompetenzerweiterung der Apotheker», berichtete Fabian Vaucher, Präsident des Schweizerischen Apothekerverbands pharmaSuisse, bei der heutigen Vertreterversammlung der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg in Stuttgart-Vaihingen.
 
Hausärzte beklagten einen vehementen Ärztemangel in der Zukunft und zugleich explodiere die Kostenentwicklung, berichtete der Schweizer Kollege. Hier könnten Apotheker gegensteuern, wenn sie in die medizinische Grundversorgung eingebunden werden. Er sehe es als Aufgabe der Apotheker, eine Über- und Unterversorgung der Patienten zu vermeiden und – soweit vertretbar – akute Gesundheitsprobleme direkt selbst zu behandeln.
 
Neben der Festlegung neuer Aufgaben, zum Beispiel Impfen, im Medizinalberufegesetz beschrieb Vaucher die aktuelle Änderung des Heilmittelgesetzes (HMG), das die Abgabe und Zulassung von Arzneimitteln und Medizinprodukten regelt. Gemäß der Revision darf die Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auch ohne Rezept in der Apotheke erfolgen, sofern sie nach direktem Kontakt mit der betroffenen Person erfolgt und dokumentiert wird; dies gelte bei vom Bundesrat bezeichneten Arzneimitteln und Indikationen oder in begründeten Ausnahmefällen. Bis 2019 solle die Liste von Medikamenten und Indikationen erstellt werden. Nicht geklärt im Gesetz sei aber die Kostenübernahme.
 
«Das interprofessionelle Arbeiten muss in der universitären Ausbildung verankert werden, damit Therapiekonzepte besser verständlich werden und Apotheker die Sprache der Ärzte besser verstehen», betonte Vaucher in der Diskussion. Die Ausbildung müsse stärker praxisorientiert sein. Jede Universität müsse sich entscheiden, für welche Qualifikation und Spezialisierung sie ausbilden will. Eine universelle Ausbildung für alle Apotheker ist aus Vauchers Sicht nicht mehr zeitgemäß. 2019 rechne man in der Schweiz mit den ersten Hochschulabgängern, die die geforderte Kompetenz in Diagnostik und Therapie und fürs Impfen haben. (bmg)
 
28.06.2016 l PZ
Foto: Fotolia/contrastwerkstatt
 

 

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