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Krampfaderntherapie: Venenerhalt dank «Venenstrumpf»

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Krampfaderntherapie: Venenerhalt dank «Venenstrumpf»
 


Eine schonende Krampfaderntherapie ist mit der extraluminalen Valvuloplastie möglich: Sie weist eine ähnlich hohe Rezidivrate auf wie ablative Verfahren, hat diesen gegenüber aber den Vorteil, dass die Vene erhalten bleibt. Darauf weist die Aktion Meditech, ein Zusammenschluss von Unternehmen der Medizintechnologie, anlässlich des Deutschen Venentags am 30. April hin. Dieser soll dazu beitragen, über Risiken, Vorbeugungsmaßnahmen und Behandlungsmethoden von Besenreisern und Krampfadern zu informieren.
 
Krampfadern gehören zu den häufigen Erkrankungen. Jeder fünfte Mann und jede dritte Frau leidet in Deutschland an Krampfadern. Ursache ist eine Bindegewebsschwäche in der Venenwand, die dazu führt, dass die Venenwand «ausleiert». «Wenn ein Venendurchmesser von 7 mm erreicht wird, verlieren die Klappensegel ihren gegenseitigen Kontakt und können nicht mehr schließen», erklärt Professor Dr. Achim Mumme, leitender Arzt am Venenzentrum Bochum, in einer Pressemitteilung von Meditech. Der normale Durchmesser, bei dem die Venenklappen schließen, beträgt ungefähr 5 mm.
 
Das Verfahren der extraluminalen Valvuloplastie basiert darauf, die erweiterte Vene wieder auf ihren physiologischen Durchmesser von 5 bis 6 mm zu bringen. «Dies geschieht durch eine Ummantelung der Vene mit einer zarten Haut aus Polyurethan», berichtet Mumme. «Der elastische Kunststoff wirkt dabei wie ein Kompressionsstrumpf, der direkt um die Vene gelegt ist.»
 
Ein Vorteil der extraluminalen Valvuloplastie ist, dass sie im Unterschied zu traditionellen Behandlungen auf den Erhalt der Venen setzt, die später bei möglichen Herz- oder Gefäßoperationen als Bypassmaterial dienen können. Inzwischen zeige eine Anzahl von Verlaufsstudien, dass auf diese Weise die Gefäße langfristig erhalten werden können. «Die Rezidivraten liegen nicht höher als bei vergleichbaren ablativen Verfahren», so Mumme. Die Vorteile der Valvuloplastie bestehen darin, dass das Verfahren weniger invasiv ist und Nervenverletzungen, wie sie bei Strippingoperationen oder bei der Anwendung von Hitzekathetern auftreten können, nicht vorkommen.
 
Angewendet werden kann die Methode nur, wenn in einer speziellen Ultraschalluntersuchung festgestellt wird, dass die betroffenen Venen zwar erweitert, die Venenklappensegeln aber noch intakt sind. Bei Patienten mit weit fortgeschrittenen Stadien der Krampfadererkrankung sind nach wie vor die ablativen Verfahren unumgänglich, berichtet Mumme. Dann sind die Venenklappen meistens zerstört. (ch)
 
30.03.2016 l PZ
Foto: Fotolia/JPC-PROD
 

 

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