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Tuberkulose: Flüchtlinge infizieren sich erst auf der Flucht

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Tuberkulose: Flüchtlinge infizieren sich erst auf der Flucht
 


Nach Angaben von Wissenschaftlern infizieren sich manche Flüchtlinge erst auf der Flucht mit Tuberkulose. Ein Teil der Migranten stamme zwar aus Ländern, in denen die Krankheit weit verbreitet sei und könnte sich schon dort angesteckt haben, so die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) in Würzburg. Doch Gentests der Erreger zeigten, dass sich viele Menschen erst auf der kräftezehrenden Reise sowie in der Enge der Flüchtlingslager infizierten.
 
Je nach Region unterschieden sich die Bakterien in ihrem genetischen Fingerabdruck, sagte ein DAHW-Sprecher. Daher könnten die Forscher erkennen, wo sich die Menschen angesteckt haben. Das Immunsystem der Flüchtlinge sei durch die anstrengende Flucht meist angeschlagen. «Und bei so vielen Menschen auf einem Raum ist eine Infektion dann kein Wunder.» Die Flüchtlinge seien daher «nicht nur Opfer der Krankheit, sondern auch der unerträglichen Umstände auf ihrer Flucht», sagte DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm.
 
Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird und meist die Lunge befällt. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Tuberkulosefälle in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent auf 5865 Fälle gestiegen. Ein Grund ist unter anderen die große Zahl von Flüchtlingen. Bei ihrer Aufnahme in Unterkünfte müssen viele zur Pflichtuntersuchung, dabei wurden zahlreiche Fälle gefunden. Trotz des Anstiegs bleibt Tuberkulose in Deutschland eine sehr seltene Krankheit.
 
22.03.2016 l dpa
Foto: Fotolia/napatcha
 

 

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