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Fälschungsschutz: Securpharm informiert über Umsetzung

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Fälschungsschutz: Securpharm informiert über Umsetzung
 


Die Umsetzung der sogenannten EU-Fälschungsschutzrichtlinie war Thema eines Treffens in Frankfurt, zu dem die Initiative Securpharm heute eingeladen hatte. Rund 270 Vertreter von Pharmaunternehmen, Großhändlern und Apotheken informierten sich über den Stand der Initiative, die mittels eines speziellen Systems zur Echtheitsprüfung von Medikamenten Patienten zukünftig besser vor Arzneimittelfälschungen schützen soll.

 

Wie der Veranstalter mitteilte, standen Fragen rund um die Einführung der neuen Sicherheitsmerkmale für verschreibungspflichtige Arzneimittel im Mittelpunkt der Veranstaltung. Dabei ging es etwa um die Anwendung der Codier-Regeln bei Verpackung und Bedruckung. Auch wurden unternehmensinterne Schritte beleuchtet, die für das Hochladen der individuellen Seriennummern in die Datenbank der pharmazeutischen Industrie notwendig sind.

 

Kern des seit 2013 in der Praxis erprobten Projekts ist ein Codier-System, das mittels individueller Seriennummern jede Arzneimittelpackung zu einem Unikat macht. Die Nummern sind in den jeweils getrennten Datensystemen von Apotheken und Pharmaherstellern hinterlegt. Sobald ein Medikament abgegeben ist, wird dies in der Datenbank vermerkt. Eventuelle Fälschungen sollen dann anhand der sich doppelnden Seriennummer direkt identifizierbar sein. Mittelfristig sollen dazu nach Angaben von Securpharm jährlich mehr als 700 Millionen Medikamentenschachteln mit einem speziellen Data-Matrix-Code bedruckt werden. Außerdem soll anhand eines speziellen Verpackungsschutzes erkennbar sein, ob eine Packung bereits einmal geöffnet wurde.

 

Die Pharmaindustrie hat bis zum 9. Februar 2019 Zeit, die EU-Vorgaben zur Fälschungssicherheit von Arzneimitteln und den entsprechenden Sicherheitsmerkmalen zu erfüllen. Ab dem Stichtag dürfen dann nur noch Rx-Medikamente hergestellt und in Umlauf gebracht werden, die mit den neuen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet sind. Deshalb sollten Pharmaunternehmen jetzt handeln und sich der Initiative anschließen, teilten die Veranstalter mit.

 

«Wir müssen uns die Zeit nehmen, mit allen Akteuren der Arzneimittelversorgung die Prozesse der Echtheitsprüfung unter Realbedingungen zu trainieren», betonte der Securpharm-Sprecher Reinhard Hoferichter. Alle Akteure sollten sich der Initiative bereits ein Jahr vor dem Starttermin angeschlossen haben, um bis zum Stichtag am 9. Februar 2019 eine fehlerfreie Echtheitsprüfung zu erreichen, so seine Empfehlung.

 

An dem im Jahr 2011 gegründeten Gemeinschaftsprojekt Securpharm sind neben der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände auch der Bundesverband der Arzneimittelhersteller, der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie, der Verband der forschenden Pharmaunternehmen und der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels beteiligt. (et)

 

16.03.2016 l PZ

Foto: IFA

 

 

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