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HIV: Krebsrisiko steigt mit der Lebenserwartung

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HIV: Krebsrisiko steigt mit der Lebenserwartung
 


HIV-infizierte Menschen haben ein erhöhtes Risiko für manche Krebserkrankungen, doch die HIV-Infektion an sich verschlechtere ihre Prognose nicht, sagte Privatdozent Dr. Christian Hoffmann, Hamburg, bei einer Pressekonferenz der 16. Aids- und Hepatitis-Tage Mitte März in München-Unterhaching. Der früher mit Abstand am häufigsten mit HIV assoziierte Tumor, das Kaposi-Sarkom, sei durch die hoch wirksamen antiretroviralen Therapien (HAART) jedoch deutlich seltener geworden. Dies gelte auch für Lymphome. Zudem verbessere sich die früher sehr ungünstige Prognose bei Lymphomen vor allem dann, wenn der Patient gleichzeitig eine wirksame HIV-Therapie bekommt.
 
Klassische Risikofaktoren für bösartige Erkrankungen, die bei HIV-Patienten vermehrt vorkommen, sind Koinfektionen mit potenziell krebserregenden Viren, zum Beispiel humane Papillom- oder Hepatitisviren. Hoffmann verwies zudem auf das steigende Alter der Infizierten. Moderne Therapien ermöglichten eine nahezu normale Lebenserwartung. «In zehn Jahren wird ein Fünftel der Patienten älter als 70 Jahre sein und etwa die Hälfte älter als 50.» Damit steige das allgemeine Krebsrisiko, zum Beispiel für Erkrankungen von Prostata, Brust oder Dickdarm. «Früherkennungs-Untersuchungen werden immer wichtiger.»
 
Eine wichtige Rolle spielen Raucher-assoziierte Tumoren, denn der Anteil der Raucher ist unter HIV-infizierten Menschen höher als in der Normalbevölkerung. Experten gehen davon aus, dass HIV-Infizierte heute mehr Lebensjahre durch Rauchen verlieren als durch die Infektion selbst. In den nächsten Jahren rechnen sie mit einem deutlichen Anstieg der Zahlen für Lungenkrebs und andere durch Rauchen begünstigte Krebsarten. (bmg) 
 
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15.03.2016 l PZ
Foto: Fotolia/Nick Freund
 

 

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