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DAK: Männer sind anders krank, Frauen auch

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DAK: Männer sind anders krank, Frauen auch
 


Es gibt ihn, den kleinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Auch, was Erkrankungen wie Depressionen, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen betrifft – das beweisen die Ergebnisse des DAK-Gesundheitsreports 2016.
 
Frauen fehlen öfter im Job, Männer gehen seltener zum Arzt. Für ihre Studie hatte die Kasse den Krankenstand von 2,7 Millionen erwerbstätigen Versicherten sowie die Ergebnisse einer Online-Umfrage unter weiteren 5000 Frauen und Männern zwischen 18 und 65 Jahren ausgewertet.
 
Herbert Rebscher, Vorstandschef der DAK-Gesundheit, bilanzierte: «Der kleine Unterschied ist viel größer als gedacht.» Die Zahlen verdeutlichten, wo die Einflussfaktoren beim Krankenstand liegen, der mit 4,1 Prozent 2015 den höchsten Wert seit 16 Jahren aufweise. Demnach sind Frauen mit 67 Prozent mehr Fehltagen häufiger von Depressionen betroffen, Männer hingegen fallen öfter wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus (65 Prozent mehr Fehltage). Auch bei Verletzungen haben die Herren die Nase vorn: Die höhere Risikobereitschaft erkläre die fast doppelt so vielen Ausfälle in diesem Bereich, so Rebscher.
 
Der größte Geschlechterunterschied zeigt sich laut Studie bei den Krebserkrankungen. Zwar sei das Risiko, an Krebs zu erkranken, bei Frauen genauso hoch wie bei den männlichen Kollegen. Allerdings tritt Prostatakrebs, die häufigste Krebsart bei Männern, oft erst ab einem Alter von 60 Jahren auf und fällt damit seltener ins Erwerbsleben als etwa Brustkrebs. Daher fielen Frauen aufgrund von Krebserkrankungen rund 74 Prozent häufiger aus als Männer.
 
Schwangerschaftskomplikationen spielten in der Statistik des Krankheitsgeschehens eine untergeordnete Rolle, so Rebscher. Wohl aber, dass jede zweite Erwerbstätige in einem Beruf arbeite, in dem sie etwa mit Erkältungskrankheiten lieber zuhause bleibe, weil sie Kunden oder Patienten schützen wolle. Zudem kümmern sich laut der Auswertung meist noch Mütter um kranke Kinder. Mehr als jede vierte Frau habe sich wenigstens einmal wegen ihres Kindes im vergangenen Jahr selbst krank gemeldet.
 
Überrascht war Rebscher, dass, obwohl Frauen 14 Prozent häufiger im Job fehlen, einen höheren «Präsentismus» zeigen: 67 Prozent gaben an, mindestens einmal krank zur Arbeit gegangen zu sein, bei den Männern waren es nur 60 Prozent. Hauptgründe der Frauen waren: die Kollegen nicht im Stich zu lassen und nach der Erkrankung des Kindes nicht selbst noch zu fehlen.
 
Rebscher will aus der Analyse vor allem ein gezielteres Gesundheitsmanagement ableiten. «Ich hoffe aber nicht, dass Frauen nun seltener eingestellt werden. Denn es gibt betriebliche Voraussetzungen, die das abfedern können.» (je)
 
15.03.2016 l PZ
Foto: Fotolia/gstockstudio
 

 

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