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Antibiotika: Je weniger, desto besser

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Antibiotika: Je weniger, desto besser
 


Antibiotic Stewardship (ABS) heißt ein international und national etabliertes Programm gegen den unkritischen Einsatz von Antibiotika. «Ziel ist die Verbesserung des Therapieerfolgs, Minimierung von Toxizitäten und Vermeidung von Resistenzentwicklung», erklärte Professor Dr. Johannes Hübner, Pädiatrischer Infektiologie am Dr. von Hauner´schen Kinderspital, München, beim Schwarzwälder Frühjahrskongresses der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg in Villingen. ABS will die Auswahl (Wirkspektrum so schmal wie möglich), Dosierung, Applikationsart (möglichst peroral statt intravenös) und Therapiedauer (so lange wie nötig, so kurz wie möglich) beeinflussen. Doch vor jeder Verordnung müsse man klären, ob ein Antibiotikum überhaupt nötig ist.
 
Antibiotika sollten auf jeden Fall eingesetzt werden bei klarer Indikation und bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion bei Patienten mit schweren, lebensbedrohlichen Zuständen oder Immunschwäche.
 
Welche Wirkstoffe sind für die orale ambulante Therapie am besten geeignet? Hübner nannte gegen Atemwegsinfekte Amoxicillin (eventuell plus Betalactamase-Inhibitor), Penicillin V oder Makrolide, bei Staphylokokken-Infektionen Clindamycin und als Alternative Doxycyclin (bei größeren Kindern und speziellen Indikationen). Bei unkomplizierten Harnwegsinfekten könne man Nitrofurantoin oder Cotrimoxazol einsetzen. Orale Cephalosporine «braucht man nicht für normale Infektionen», sagte der Experte. Kritisch sei auch Azithromycin.
 
Wie kann man Antibiotika sparen? Biomarker und Schnelltests können bei Nachweis oder Ausschluss bakterieller Infektionen helfen. Eine antibiotische Therapie sei bei den meisten gastrointestinalen Infektionen verzichtbar, erklärte der Infektiologe. Auch bei Kindern mit Otitis media könne man meist abwarten und beobachten, wenn die Eltern über den Verlauf aufgeklärt sind. Paracetamol und Ibuprofen sind aber zur Analgesie wichtig. Wenn Antibiotika indiziert sind, sei Amoxicillin die erste Wahl, gefolgt von Amoxicillin/Clavulansäure und als dritte Wahl Clarithromycin. Auch eine Pharyngitis durch Gruppe-A-Streptokokken heile oft ohne Antibiotikum. Wenn dieses indiziert ist, rät Hübner zu Penicillin über sieben Tage. (bmg)
 
15.03.2016 l PZ
Foto: Fotolia/denisismagilov
 

 

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