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Mikrozephalie durch Zika-Virus: Hinweise verdichten sich

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Mikrozephalie durch Zika-Virus: Hinweise verdichten sich
 


Das Zika-Virus infiziert neuronale Stammzellen, aus denen sich die Großhirnrinde entwickelt, und behindert deren Teilung und Wachstum. Das zeigen Zellkulturuntersuchungen, die ein US-amerikanisches Forscherteam nun im Fachjournal «Cell Stem Cell» vorstellt. Dies könnte der gesuchte Mechanismus sein, wie das Zika-Virus Mikrozephalie auslöst.
 
Das Virus, das derzeit in Mittel- und Südamerika grassiert, steht in Verdacht, bei Infektionen von Schwangeren im ungeborenen Kind eine Schädelfehlbildung, die sogenannte Mikrozephalie, auszulösen. Diese ist durch eine unterdurchschnittliche Größe der Großhirnrinde gekennzeichnet. Ob und wie das Virus diese Fehlbildung verursacht, ist bislang nicht aufgeklärt. Um zu testen, welche menschlichen Zellen vom Zika-Virus befallen werden können, führte das Team um Hengli Tang von der Florida State University zusammen mit Kollegen von der Johns Hopkins University in Baltimore Infektionsstudien durch: Sie infizierten verschiedene Zelllinien in Kultur mit dem Erreger.
 
Dabei zeigte sich, dass kortikale neuronale Vorläuferzellen besonders empfänglich für das Zika-Virus sind. Nach drei Tagen waren zwischen 65 und 90 Prozent der Zellen infiziert. Das Virus stellte ihre Proteinproduktion auf die Herstellung von Virusproteinen um; viele infizierte Zellen zeigten Störungen des Zellteilungsmechanismus oder starben. Andere Zelllinien, die die Forscher ebenfalls testeten, wie humane embryonale Stammzellen oder unreife Nervenzellen, ließen sich nur vereinzelt infizieren, berichten die Forscher. «Obwohl die Studie nicht definitiv beweist, dass das Zika-Virus Mikrozephalie verursacht, ist es doch sehr bezeichnend, dass die Vorläuferzellen des Cortex besonders empfänglich für eine Zika-Infektion sind und das Virus ihr Wachstum stören kann», sagte Professor Dr. Guo-Li Ming, der ebenfalls an der Untersuchung beteiligt war, laut einer Pressemitteilung der Universität. Die Ergebnisse liefern Ansätze für weitere Untersuchungen, um den Pathomechanismus aufzuklären, wie das Zika-Virus Mikrozephalie verursacht. (ch)
 
DOI: 10.1016/j.stem.2016.02.016
 
08.03.2016 l PZ
Foto: Fotolia/gordzam (Symbolbild)
 

 

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