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Malaria: Statt Arznei-Prophylaxe Repellentien ins Gepäck!

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Malaria: Statt Arznei-Prophylaxe Repellentien ins Gepäck!
 


Die Fall- und Todeszahlen der Malaria sind so stark gesunken, dass Mediziner jetzt die Prophylaxe-Empfehlungen für Tropenreisende lockern. Das berichteten Experten auf einer Veranstaltung des Centrums für Reisemedizin (CRM) in Berlin. «Die Wahrscheinlichkeit, sich mit Malaria anzustecken, ist so gering geworden, dass wir heute in vielen Fällen von der vorbeugenden Einnahme von Medikamenten abraten», sagte Professor Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM. Stattdessen reiche es aus, ein Arzneimittel für den akuten Fall mitzunehmen. «Wir raten zu einer Kombination aus Atovaquon und Proguanil.»

 

Ein Grund für den Etappensieg im Kampf gegen Malaria sei die konsequente Behandlung von Infizierten in den vergangenen Jahren. Zudem finde der Hauptüberträger, die weibliche Anopheles-Mücke, kaum noch Plätze, um ihre Eier abzulegen, erklärte Jelinek. «Die Anopheles-Larven brauchen oberflächliches Süßwasser, das möglichst sauber sein muss. Wasser in dieser Qualität ist sehr selten geworden.» Die Tigermücke, die etwa Zika-, Dengue- und Chikungunya-Viren überträgt, bevorzuge dagegen schmutzige Gewässer. «Deshalb sind diese Krankheiten auf dem Vormarsch», so Jelinek.

 

Reisende sollten vor allem auf einen guten Mückenschutz setzen. Der Goldstandard unter den Repellentien ist laut Jelinek Diethyltoluamid (DEET) in Konzentrationen zwischen 30 und 50 Prozent. «Alle anderen Wirkstoffe sind bei Weitem nicht so effektiv», sagte er. Das hätten Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) belegt. An Schwangeren sei DEET jedoch bislang nicht getestet, eine schädigende Wirkung auf das Ungeborene könne daher nicht völlig ausgeschlossen werden. Aus Jelineks Sicht ist das ein großes Problem. «Wenn eine Schwangere trotz aller Warnungen nach Brasilien reisen möchte, muss sie sich so gut wie möglich schützen. Das wirksamste Mittel können wir jedoch nicht guten Gewissens empfehlen – das ist eine Gratwanderung.» (cm)

 

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04.03.2016 l PZ

Foto: Fotolia/Forkart

 

 

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