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Chronischer Schmerz: Patienten permanent unterversorgt

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Chronischer Schmerz: Patienten permanent unterversorgt
 


Auf die große Versorgungslücke von Patienten mit chronischen Schmerzen haben Experten der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) bei ihrer Jahrestagung in Frankfurt am Main hingewiesen. «Die Versorgungssituation ist völlig unzureichend», sagte Oliver Emrich, Vizepräsident der DGS. Es gibt demnach zu wenig Schmerztherapeuten, um den Bedarf zu decken. Dies lasse sich schon anhand der Zahlen erkennen, so Emrich.
 
Laut einer aktuellen Analyse der Barmer GEK leiden 3,25 Millionen Deutsche unter chronischen Schmerzen. Als Schmerzspezialisten stehen diesen etwa 1000 niedergelassene Hausärzte, Anästhesisten, Neurologen und Orthopäden mit der Zusatzqualifikation «Spezielle Schmerztherapie» gegenüber. «Insgesamt bräuchten wir 2000 bis 3000 solcher Ärzte», sagte Emrich. Dies führe dazu, dass Patienten zum Teil Monate auf einen Termin warten müssten.
 
Eine Möglichkeit aus Sicht der DGS ist es, einen Facharzt für Schmerztherapie einzuführen. Dies würde der Komplexität der Erkrankung gerecht, deren Therapie sowohl physiotherapeutische und funktionell-orthopädische als auch neurologische, psychiatrische und anästhesistische Aspekte beinhaltet. Ein Facharzt für Schmerztherapie würde auch gewährleisten, dass es eine Bedarfsplanung für schmerzmedizinisch tätige Ärzte von den kassenärztlichen Vereinigungen gäbe und über den Gemeinsamen Bundesausschuss definiert würde, welche Kompetenzen diese Ärzte aufweisen müssen.
 
Ein weiterer Schritt hin zu einer besseren flächendeckenden Versorgung ist, die Kooperation mit Physiotherapeuten und Apothekern zu stärken, erklärte Heinz Beitinger von der DGS gegenüber der PZ. Seit vergangenem Jahr liefe eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft, um die Beratungskompetenz zu chronischem Schmerz bei interessierten Apothekenmitarbeitern zu stärken. Die DGS bietet hierzu eine zertifizierte Fortbildung an, die einen sechsstündigen Grundlagenkurs beinhaltet. «Über 500 Apothekenmitarbeiter aus etwa 250 Apotheken haben diesen bereits absolviert», sagte Beitinger. «Der Apotheker ist der erste Ansprechpartner für chronische Schmerzpatienten, weil sie für einen Besuch keinen Termin brauchen.» (ch)
 
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04.03.2016 l PZ
Foto: Fotolia/Stefan Redel
 

 

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