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Pille danach: Frauen nutzen leichteren Zugang

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Pille danach: Frauen nutzen leichteren Zugang
 


Seit die Pille danach nun seit rund einem Jahr ohne Rezept in der Apotheke erhältlich ist, haben sich deren Abgabezeitpunkte verändert. 28 Prozent der Notfallkontrazeptiva werden am Samstag und Sonntag abgegeben, berichtete Klaus Czort, Geschäftsführer von HRA Pharma, bei einer Online-Pressekonferenz. Zu Zeiten der Rezeptpflicht waren es nur 7 Prozent.
 
«Da ein Großteil der sexuellen Kontakte am Wochenende stattfindet und dann auch die meisten Verhütungspannen passieren, bedeutet das, dass die Frauen schneller in die Apotheke gehen und die Pille danach schneller einnehmen», sagte Czort. Die Frauen nutzten also den durch den Wegfall der Rezeptpflicht erleichterten Zugang zu dem Notfallkontrazeptivum.
 
Eine möglichst schnelle Anwendung ist wichtig, um eine Schwangerschaft zu verhindern, denn die Pille danach wirkt umso zuverlässiger, je schneller sie nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Hauptsächlich werde die Pille danach in den Apotheken aber immer noch am Montag abgegeben – viele Frauen warteten nach der Verhütungspanne also noch zu lange mit der Einnahme, so Czort.
 
Die Altersstruktur der Anwenderinnen habe sich durch den OTC-Switch dagegen so gut wie nicht verändert, sagte Czort. Nach wie vor ist mehr als die Hälfte der Anwenderinnen zwischen 21 und 39 Jahre alt. Circa 30 Prozent sind jünger als 20 Jahre. Seit dem Wegfall der Rezeptpflicht ist die Nachfrage generell deutlich gestiegen. Statt rund 40.000 abgegebenen Packungen pro Monat habe sich die Zahl nach dem OTC-Switch inzwischen bei etwa 60.000 Packungen eingependelt, so Czort.
 
Professor Dr. Marion Kiechle, Direktorin der Frauenklinik am Klinikum rechts der Isar in München, bewertete den Wegfall der Rezeptpflicht aus medizinischer Sicht positiv. Außer schwerem Asthma und Lebererkrankungen gebe es kaum Kontraindikationen, auch eine bereits bestehende Schwangerschaft werde durch die Einnahme nicht beeinflusst. Zudem gebe es keine Wechselwirkungen, die die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen, sagte die Gynäkologin. Die Wirkstoffe seien gut verträglich und gut erforscht. Bei Zweifeln hätten die Apothekenmitarbeiter zudem immer die Möglichkeit, die Kundin an einen Arzt zu verweisen. (va)
 
02.03.2016 l PZ
Foto: Fotolia/WavebreakmediaMicro
 

 

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