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GBS: Hinweise auf Zusammenhang mit Zika verdichten sich

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GBS: Hinweise auf Zusammenhang mit Zika verdichten sich
 


Bislang wurde ein Zusammenhang zwischen einer Zika-Infektion und der autoimmunen Nervenkrankheit Guillain-Barré-Syndrom (GBS) lediglich vermutet. Nun liefern französische Forscher anhand von Probenanalysen aus einem früheren Ausbruch in Französisch-Polynesien einen ersten starken Hinweis auf einen Kausalzusammenhang. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher um Van-Mai Cao-Lormeau und Professor Dr. Arnaud Fontanet vom Institut Pasteur in Paris im Fachjournal «The Lancet» vor.
 
Zwischen Oktober 2013 und April 2014 ereignete sich in Französisch-Polynesien der bislang größte Zika-Ausbruch mit etwa 32.000 Erkrankungen. Während der Epidemie wurde auch ein Anstieg der Fallzahlen für das GBS festgestellt. Anhand von Blutproben aus dieser Zeit von 42 Patienten, die wegen dieser Lähmungserkrankung in einem Krankenhaus in Tahiti behandelt wurden, untersuchten die Forscher um Fontanet nun den Zusammenhang zwischen einer Infektion und dem Auftreten der Nervenerkrankung.
 
Zwar wurde bei keinem der 42 Patienten mit GBS das Virus im Blut nachgewiesen. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die Virämie nur wenige Tage anhält. Jedoch konnten bei allen Patienten neutralisierende Antikörper gegen das Virus nachgewiesen werden. In einer Kontrollgruppe von 98 Personen, die keine Zika-Infektions-Symptome gezeigt hatten, mit ähnlichem Altersdurchschnitt und Geschlechterverhältnis wie die Patientengruppe, war dies nur bei 56 Prozent der Fall. Zudem hatten 88 Prozent der Patienten im Krankenhaus von Zika-Symptomen wie Fieber, Gelenkschmerzen oder Bindehautentzündung berichtet. Diese traten im Mittel sechs Tage vor Beginn der neurologischen Beschwerden auf.
 
«Dies ist die erste Studie, die eine Zika-Infektion als Ursache für das GBS belegt», schreiben die Forscher. Sie kalkulieren anhand ihrer Daten, dass 24 von 100.000 Menschen, die sich mit dem Zika-Virus anstecken, ein GBS entwickelten. Sofern diese Berechnung auf Lateinamerika übertragbar ist, muss dort mit einem deutlichen Anstieg der Erkrankungszahlen gerechnet werden. (ch)
 
DOI: 10.1016/S0140-6736(16)00562-6
 
02.03.2016 l PZ
Foto: Fotolia/designer491
 

 

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