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Osimertinib: Neuer Tyrosinkinasehemmer bei Lungenkrebs

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Osimertinib: Neuer Tyrosinkinasehemmer bei Lungenkrebs
 


Für bestimmte Patienten mit nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) und Mutation des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR) wird demnächst eine neue Therapieoption zur Verfügung stehen: Osimertinib (Tagrisso® von Astra-Zeneca). Der Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) der dritten Generation darf eingesetzt werden, wenn der Tumor lokal fortgeschritten oder metastasiert ist und die T790M-Mutation aufweist. Dabei handelt es sich um die häufigste Resistenzmutation gegen TKI; sie liegt bei etwa 60 Prozent der Patienten vor, bei denen es zu einem Versagen der TKI-Therapie gekommen ist. Osimertinib stellt also für Patienten in einem weit fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung eine Möglichkeit dar, die zielgerichtete Therapie weiterzuführen.
 
Bei einer Pressekonferenz von Astra-Zeneca am Rande des Krebskongresses wurde der neue Wirkstoff heute in Berlin vorgestellt. «Bei der T790M-Mutation ist im EGFR an einer Stelle Threonin durch Methionin ersetzt. Dadurch können TKI der ersten und zweiten Generation nicht mehr an den Rezeptor binden», erklärte Professor Dr. Wilfried Eberhardt vom Universitätsklinikum Essen. Osimertinib, das wie die anderen TKI oral gegeben wird, bindet selektiv und irreversibel an den EGFR mit dieser Mutation und unterbindet dessen dauerhafte Aktivierung.
 
Die Basis für die Zulassung bildete das AURA-Studienprogramm mit zwei kombinierten Phase-II-Studien und einer Phase-I-Expansionsstudie. Darin erhielten insgesamt 474 Patienten den neuen Wirkstoff bis zum Fortschreiten der Erkrankung. Die objektive Ansprechrate betrug 61,2 bis 70,7 Prozent und das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) 9,7 Monate. «Damit ist das PFS in etwa dem der Erst- und Zweitgenerations-TKI vergleichbar. Bei diesen kommt es etwa nach acht bis 16 Monaten zu einem Fortschreiten der Erkrankung», sagte Professor Dr. Michael Thomas von der Thoraxklinik Heidelberg. Die Nebenwirkungen von Tagrisso, zu denen Diarrhö, Hautausschlag und Thrombo- beziehungsweise Leukozytopenie gehören, seien denen anderer TKI vergleichbar. Schwere Toxizitäten seien selten, sodass Thomas die neue Substanz für besser verträglich hält als die anderen TKI. (am)
 
26.02.2016 l PZ
Foto: Fotolia/CLIPAREA.com
 

 

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