Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

Alirocumab: IQWiG erkennt keine einzige Studie an

NACHRICHTEN

 
Alirocumab: IQWiG erkennt keine einzige Studie an
 


Bei seiner Dossierbewertung im Rahmen der frühen Nutzenbewertung des PCSK9-Hemmers Alirocumab (Praluent®, Sanofi-Aventis) ist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit dem Cholesterolsenker hart ins Gericht gegangen. Das IQWiG erkannte keine einzige der zwölf eingereichten Studien als relevant für die Nutzenbewertung an. Daher gebe es auch keinen Hinweis auf einen Zusatznutzen für den Wirkstoff. Ähnlich war es zuvor bereits Evolocumab (Repatha®) ergangen, dem anderen PCSK9-Inhibitor auf dem deutschen Markt.
 
Für die frühe Nutzenbewertung von Alirocumab hatte der Gemeinsame Bundesausschuss drei Szenarien mit jeweils unterschiedlicher zweckmäßiger Vergleichstherapie festgelegt: Patienten, die Statine zwar vertragen, aber auch mit der höchsten verträglichen Dosis ihre Zielwerte nicht erreichen, Patienten, die für eine Statintherapie nicht infrage kommen, und Patienten, bei denen die medikamentösen und diätetischen Optionen zur Lipidsenkung ausgeschöpft sind. Dass das IQWiG die eingereichten Studien allesamt nicht anerkannte, lag an methodischen und formalen Mängeln. So sei in etlichen Studien die Voraussetzung für eine Therapie mit Alirocumab nicht erfüllt gewesen, die zweckmäßige Vergleichstherapie nicht eingehalten worden oder die Studiendauer schlicht zu kurz gewesen. Studien mit Medikamenten, die wie Alirocumab zur Dauertherapie vorgesehen sind, müssen mindestens ein Jahr dauern – eine Bedingung, die auch schon Evolocumab-Hersteller Amgen nicht erfüllt hatte. Möglicherweise können die Hersteller der beiden PCSK9-Hemmer in der Zukunft Langzeitdaten nachliefern, die das IQWiG dazu bewegen, sein Urteil zu revidieren. (am)
 
15.02.2016 l PZ
Foto: Fotolia/Jana Broghammer
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Bionorica: Erfolg beim EuGH

Das Neumarkter Pharmaunternehmen Bionorica hat vor dem Europäischen  Gerichtshof (EuGH) einen Erfolg erzielt. Im Rechtsstreit um...



CDU-Politiker: Wer impfen lässt, soll Geld bekommen

Wer dafür sorgt, dass das eigene Kind alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen bekommt, sollte dafür finanziell...



Lieferengpässe: BPI wettert gegen Kassen

Der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie (BPI) hat die Krankenkassen aufgefordert, zur Liefersicherheit und Vermeidung von...



Adipositas und Diabetes: Für Frauen ein größeres Risiko

Frauen sind zwar etwas seltener von Störungen des Zuckerstoffwechsels betroffen als Männer – die Folgen sind für die Patientinnen jedoch...

 
 

Antibiotika: Heimische Produktion, weniger Lieferengpässe
Um Lieferengpässe bei Antibiotika künftig zu vermeiden, bedarf es einer Stärkung der inländischen Produktionsstätten. Darin waren sich die...

Rolapitant: Langwirksames Antiemetikum in der EU zugelassen
Für Chemotherapie-Patienten, die unter Erbrechen leiden, steht demnächst eine neue langwirksame Therapieoption zur Verfügung: Die...

Zu viel Alkohol: Nicht nur bei jungen Menschen ein Problem
Ein zu hoher Alkoholkonsum kommt nicht nur bei jungen Menschen vor, auch Ältere sind gefährdet. Darauf macht die Bundeszentrale für...

Bayer-Hauptversammlung: Proteste gegen Monsanto-Deal
Rund 200 Demonstranten haben heute in Bonn gegen die geplante Übernahme des US-amerikanischen Saatgutriesen Monsanto durch Bayer...

Depressionen: Elektrische Hirnstimulation zeigt Wirkung
Bei manchen Menschen mit Depressionen schlagen Medikamente nur unzureichend an – ihnen könnte eine zusätzliche elektrische Hirnstimulation...

Lieferengpässe: Gröhe sieht kein Risiko für Patienten
Patienten sind nach Worten von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) durch die aktuellen Lieferengpässe bei Arzneimitteln nicht...

Fernbehandlung: Landesprojekt soll Digitalisierung ankurbeln
Ein Modellversuch zur Therapie von zuvor nicht behandelten Patienten über Telefon oder Internet stößt in der Ärzteschaft auf große...

Brexit: EMA-Umzug könnte teuer werden
Der Umzug der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) aus London könnte teuer werden. Der Mietvertrag der EU-Behörde, die in der Folge des...

Forscher distanziert sich von geplanter Cannabis-Studie
Aus der in Berlin geplanten Studie über Cannabis-Konsum mit 25.000 Probanden wird vorerst nichts. Der Hamburger Forschungsleiter, der...

Deutscher Apotheken-Award 2017 verliehen

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hat heute den Deutschen Apotheken-Award 2017 verliehen. In der Rubrik "Gesunde Lebensführung"...

Vzbv-Chef: Versandapotheken sind unverzichtbar
Die Zukunft der Arzneimittelversorgung ist aus Sicht des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) nicht ohne Versandapotheken...

Generation Y: Anspruchsvolle Mitarbeiter und Kunden
Junge Apothekenangestellte wollen flache Hierarchien, häufige Rückmeldungen durch den Chef und flexible Arbeitszeiten. Das sagte Professor...

Rote-Hand-Brief: Chargenrückruf Albiomin-Infusionslösung
Die Firma Biotest ruft bestimmte Chargen ihres Produkts Human Albumin (Albiomin®) 5 Prozent und 20 Prozent zurück. Der Grund für...

Noch mehr Meldungen...

PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU