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Null-Retax: Abgeordneter schlägt Kompromiss vor

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Null-Retax: Abgeordneter schlägt Kompromiss vor
 


Der CDU/CSU-Bundestagsabgeordnete Roy Kühne will dabei helfen, die schwierigen Verhandlungen für einen Retax-Kompromiss zu einem Ende zu bringen. In einem Brief an den Schiedsstellen-Vorsitzenden Rainer Hess regt er für beide Seiten rechtssichere Regelungen vor, die eine Differenzierung zwischen Form- und Fachfehlern beinhalten.
 
Kühne plädiert in seinem Brief dafür, dass die Krankenkassen heilbare, geringfügige Formfehler nicht retaxieren. Formfehler seien oftmals das Resultat ungenauer und handschriftlich ausgestellter Rezepte. Diese Mängel könnten auch im Nachhinein problemlos korrigiert werden. Der Unionspolitiker will auch solche Retaxationen abschaffen, die Kassen heute noch vornehmen, wenn ein Rabattarzneimittel in der Apotheke nicht verfügbar ist, das Arzneimittel aber kurzfristig benötigt wird. Auch bei Pharmazeutischen Bedenken sollten Apotheker entscheiden dürfen, dass sie ein anderes als das verordnete Arzneimittel abgeben, ohne sich um eine mögliche Retaxation Gedanken machen zu müssen.
 
Wenn ein Apotheker dagegen fahrlässig ein anderes Medikament als das Rabattarzneimittel abgibt, dann soll die jeweilige Krankenkasse nur den Einkaufspreis erstatten. Hier sei kein böswilliges Verschulden des Apothekers zu erkennen. Eine Retaxierung auf Null sei hier nicht nachvollziehbar. Schließlich wurde der Patient pharmazeutisch korrekt versorgt. Faktisch sei kein Schaden entstanden, argumentiert Kühne.
 
Kühne setzt sich gegenüber Hess außerdem dafür ein, dass bis zu einem anerkannten Schiedsspruch oder einer gesetzlichen Regelung keine Retaxationen mehr vorgenommen werden. Mit Kühnes Vorschlägen könnten die meisten Apotheker vermutlich gut leben. Bei den Krankenkassen wäre sicher viel Überzeugungsarbeit notwendig. Bislang war ihre Bereitschaft zu einer einvernehmlichen Lösung des Retax-Problems gering. Morgen, am 10. Februar, werden sich Kassen und Apotheker wieder mit Hess treffen. Ob dort Kühnes Vorschläge diskutiert werden, ist noch offen. (dr)
  
09.02.2016 l PZ
Foto: Fotolia/rizwanali3d
 

 

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