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Zika: WHO erwartet weitere Ausbreitung

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Zika: WHO erwartet weitere Ausbreitung
 


Das Zika-Virus hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in 33 Ländern verbreitet. Dazu zählen lateinamerikanische Länder aber auch die Kapverden und einige pazifische Inselstaaten. Gezählt worden seien Länder, die den Zika-Ausbruch zwischen Januar 2014 und dem 5. Februar 2016 gemeldet haben. Es gebe zudem indirekte Hinweise auf eine Virenübertragung in sechs weiteren Staaten. Eine weitere Ausdehnung schätzt die WHO laut dpa als wahrscheinlich ein.

 

Fünf der betroffenen Länder haben nach WHO-Angaben zudem eine gleichzeitige Zunahme der seltenen Lähmungskrankheit Guillain-Barré-Syndrom (GBS) gemeldet: Brasilien, Kolumbien, El Salvador, Suriname und Venezuela. Schon ein Zika-Ausbruch in den Jahren 2013 und 2014 in Französisch-Polynesien sei mit einem Anstieg des Guillain-Barré-Syndroms einhergegangen. In Kolumbien habe es nach Angaben der Regierung nun drei Todesfälle aufgrund des GBS gegeben. Während der kolumbianische Gesundheitsminister Alejandro Gaviria einen Zusammenhang zwischen diesen Todesfällen und dem Zika-Virus sieht, steht ein Beweis dafür, dass das Virus für das GBS verantwortlich ist, jedoch noch aus.

 

Das Gleiche gilt für die Mikrozephalie. Nach Ansicht eines Teams um Juliana Sousa Soares de Araújo und Sandra da Silva Mattos aus Recife im Nordosten Brasiliens sind für die Beantwortung der Frage, welche Rolle eine Zika-Infektion von Schwangeren bei der Schädelfehlbildung ihrer Babys spielt, wesentlich bessere Daten nötig. Die Forscher werten laut dpa in einer Studie eine Datenreihe aus dem nordöstlichen Bundesstaat Paraíba seit 2012 aus. Lege man die derzeit üblichen Kriterien für Mikrozephalie an, dann habe es schon seit 2012 ungewöhnlich viele Fälle gegeben. Die saisonalen Schwankungen der Fallzahl könnten in etwa mit der Aktivität der Überträgermücken übereinstimmen. Aber diese Schwankungen habe es demnach schon gegeben, lange bevor Zika in Brasilien registriert wurde. Die Mediziner verweisen darauf, dass auch andere Viren, Impfstoffe oder Medikamente zu Schädelfehlbildungen führen könnten. Zudem könne Unterernährung eine zusätzliche Rolle spielen. Tatsächlich sei die Mikrozephalie vor allem in ärmeren Familien aufgetreten. Ungeklärt sei auch noch, welche Rolle die intensive Suche nach Babys mit Mikrozephalie beim Anstieg der Fallzahlen spielt.

 

In Kolumbien habe die Staatsführung währenddessen ein weiteres Ansteigen der Zahl der Zika-Infektionen bei Schwangeren gemeldet. Inzwischen gebe es 3177 Fälle, so die dpa. Mit insgesamt 25.645 registrierten Zika-Fällen ist Kolumbien nach Brasilien das am stärksten von dem Zika-Ausbruch betroffene Land. Insgesamt rechneten die dortigen Gesundheitsbehörden mit bis zu 600.000 Ansteckungen bei dem aktuellen Ausbruch. In dem südamerikanischen Land seien aber bislang keine Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen in Verbindung mit einer Zika-Infektion festgestellt worden.

 

In Deutschland haben laut Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der Virusdiagnostik am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, bereits 15 Menschen das Zika-Virus aus Lateinamerika eingeschleppt. Das Institut in Hamburg ist das Zika-Referenzlabor. (ke)

 

08.02.2016 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/photogoricki

 

 

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