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Brasilien: Auch GBS vermehrt behandelt

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Brasilien: Auch GBS vermehrt behandelt
 


Im Zusammenhang mit der Diskussion über das Zika-Virus sind jetzt aus Rio de Janeiro mehrere schwere Fälle der Lähmungskrankheit Guillain-Barré-Syndrom (GBS) berichtet worden. Wie die Zeitung «O Globo» meldet, habe das auf die Behandlung von Nervenkrankheiten spezialisierte Hospital Universitário Antônio Pedro seit Januar 16 Fälle behandelt. Zwei Patienten, die sich mit Zika infiziert hatten, befänden sich in sehr ernstem Zustand. Normalerweise habe man fünf Fälle pro Jahr.
 
Schon ein Zika-Ausbruch 2013/2014 in Französisch-Polynesien ging einher mit einem Anstieg der Erkrankungen am Guillain-Barré-Syndrom. Typische Symptome dieser entzündlichen Erkrankung der Nerven sind Lähmungen, die meist an den Händen oder Füßen beginnen. Auch die Atemwege können von Lähmungen betroffen sein. Männer erkranken häufiger als Frauen.
 
Die Ursache für die Erkrankung ist unklar. Häufig tritt das Guillain-Barré-Syndrom nach einer Infektion auf. Bei den meisten Patienten bilden sich die Symptome zurück, und das oft erst nach Monaten. Die Schäden können aber auch bleiben oder die Krankheit tödlich enden.
 
Experten vermuten auch einen Zusammenhang mit dem von Moskitos übertragenen Zika-Virus. Dieser Erreger steht im Verdacht, bei einer Infizierung von Schwangeren eine Mikrozephalie bei deren Babys auszulösen. Das Zika-Virus breitet sich derzeit schnell in Lateinamerika aus. Einen Beweis dafür, dass das Virus für Mikrozephalie oder das Guillain-Barré-Syndrom verantwortlich ist, gibt es aber noch nicht. (gm)
 
05.02.2016 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/Taraki
 

 

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