Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Pharmaindustrie kritisiert Verlängerung des Preismoratoriums

NACHRICHTEN

 
Pharmaindustrie kritisiert Verlängerung des Preismoratoriums
 


Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) will die Preisbremse für Arzneimittel nicht lockern – sehr zum Ärger des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Dieser zeigte sich empört, dass die Regierung weiterhin am bestehenden Preismoratorium festhält. Seit 2009 dürfen die Unternehmen die Kosten für Medikamente nicht erhöhen. Diese Regelung hat das BMG kürzlich noch einmal bestätigt und das Ergebnis der jährlichen Überprüfung im Bundesanzeiger veröffentlicht. BPI-Chef Henning Fahrenkamp sieht darin eine Gefahr für die Pharmaunternehmen in Deutschland. «Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass die Zwangsmaßnahmen gegen die pharmazeutische Industrie faktisch institutionalisiert werden.» Davor könne er nur warnen, denn so würden gerade standortgebundene mittelständische Unternehmen dauerhaft geschwächt. Diese machen laut Fahrenkamp mehr als 90 Prozent der Branche aus.
 
Allein im Jahr 2014 habe die Industrie der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Abschläge von rund 1,6 Milliarden Euro gewährt. Private Versicherungsunternehmen hätten von Abschlägen in Höhe von etwa 300 Millionen Euro profitiert. Hinzu kommen nach Angaben des BPI Belastungen durch die Rabattverträge, Festbeträge, steigende Rohstoff- und Personalkosten sowie Kosten für wachsende regulatorische Auflagen. Die Arzneimittelpreise seien dagegen seit mehr als sechs Jahren eingefroren – in Fahrenkamps Augen ohne ersichtlichen Grund. «Die Wirtschaft in Deutschland zeigt sich nach wie vor in einer guten Verfassung und die GKV verfügt trotz steigender Ausgaben über ein Finanzpolster von aktuell rund 15 Milliarden Euro», sagte er. Die derzeitige Lage spricht demnach nicht gegen, sondern für eine Aufhebung des Preismoratoriums. Sollte die Bundesregierung nicht einlenken, könnte sich dies alles «letztlich als Bumerang für den Pharmastandort Deutschland erweisen». (cm)
 
01.02.2016 l PZ
Foto: Fotolia/Contrastwerkstatt
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Terror: Reißerische Berichte können zur Nachahmung anregen

Der Hamburger Psychiater Michael Schulte-Markwort plädiert nach den Gewalttaten in München, Würzburg und Ansbach für einen...



Prostatakrebs: Kampagne für mehr Offenheit

Männer reden nicht gerne über Krankheiten – schon gar nicht, wenn es um urologische Probleme geht. Wie eine internationale Befragung...



Bayer: Gewinnsprung durch blühendes Pharmageschäft

Gut laufende Geschäfte mit neuen Medikamenten haben dem Pharma- und Pflanzenschutzkonzern Bayer im zweiten Quartal einen kräftigen...



Zoll: Illegale Doping- und Potenzmittel weiterhin gefragt

Der Handel mit illegalen Doping- und Potenzmitteln blüht. «Es ist kein Einbruch festzustellen», sagt der Sprecher der Zollfahndung...

 
 

Metformin könnte Frühgeburten verhindern
Das orale Antidiabetikum Metformin kann bei einem erhöhten Frühgeburtsrisiko eine zu frühe Entbindung verhindern – zumindest bei Mäusen. Im...

Versicherungstarife der Kassen: Belohnung oder Bedrohung?
Im Rahmen von Bonuszahlungen belohnen Kassen das gesundheitsbewusste Verhalten ihrer Versicherten. Die Grünen sehen dadurch das...

Körpergröße: Menschen waren vor 100 Jahren erheblich kleiner
Die größten Frauen leben in Lettland, die größten Männer in den Niederlanden. Das hat eine Studie des Imperial College in London ergeben....

ABDA: Entwurf zum Pharmagesetz setzt richtige Impulse
Neben dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hat sich nun auch die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände zum...

Pharmagesetz: BPI kritisiert Referentenentwurf
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) reagiert erwartungsgemäß verärgert auf den Referentenentwurf zum sogenannten...

Jugendliche: Alkohol und Tabak sind das Hauptproblem
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung hält Alkohol und Tabak unter Jugendlichen für ein größeres Problem als illegale Drogen....

Antioxidanzien: Oft unnötig, manchmal schädlich
Reaktive Sauerstoffspezies und der von ihnen ausgelöste oxidative Stress gelten als schädlich und werden mit verschiedenen Erkrankungen in...

Umfrage: Schönheitseingriffe liegen im Trend
Schönheitschirurgen weltweit haben 2015 deutlich öfter Hand angelegt als ein Jahr zuvor. Es seien über eine Million mehr Behandlungen...

Stada: Investor lehnt Kandidaten für neuen Aufsichtsrat ab
Bei der Neubesetzung des Aufsichtsrats von Stada sperrt sich Großaktionär Active Ownership Capital (AOC) gegen Vorschläge des...

Oft symptomfrei, meist chronisch: Die Tücken der Hepatitis C
Eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus kann tückisch sein: Sie kann symptomfrei verlaufen, wird in den meisten Fällen chronisch und zählt...

Nach Anschlägen in Bayern: Bessere Krisendienste geplant
Nach der Attacke von Würzburg, dem Amoklauf von München und dem Bombenanschlag von Ansbach will Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml...

Genetik: Geklonte Schafe altern nicht frühzeitig
Geklonte Schafe können normal altern. Sie erleiden nicht zwangsläufig dasselbe Schicksal wie Klonschaf Dolly, das früh Gelenkbeschwerden...

Zika: Baby mit Schädelfehlbildung in Spanien geboren
Erstmals ist in Spanien die Geburt eines Zika-infizierten Babys mit Hirnschädigung bekannt geworden. Es handele sich um den ersten Fall...

Pharmagesetz: 100 Millionen Euro für Apotheken
Jetzt ist es offiziell: Die Apotheken sollen mehr Geld für die Abgabe von Rezepturen und Betäubungsmitteln (BtM) bekommen. Wie heute aus...

Berichte über Depression als Gewaltursache oft «fahrlässig»
Nach den jüngsten Terroranschlägen und Amokläufen werden Depressionen oft voreilig und undifferenziert als Ursache für die Gewalttaten...

Apothekenkooperationen: Führungswechsel bei Avie
Die Apothekenkooperation Avie hat Dominik Klahn zum neuen Geschäftsführer berufen. Wie die hundertprozentige Tochter der Kohl Medical AG...

Noch mehr Meldungen...












DIREKT ZU