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Berufsbild: Länder winken Berufsanerkennungsrichtlinie durch

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Berufsbild: Länder winken Berufsanerkennungsrichtlinie durch
 


Jetzt ist es beschlossene Sache: Das Berufsbild des Apothekers wird neu gefasst. In zehn Punkten zählt die Bundes­apothekerordnung in § 2 künftig pharmazeutische Tätigkeiten auf, die Apotheker typischerweise übernehmen. Das geht aus einer Novelle zur Umsetzung der sogenannten EU-Berufs­anerkennungsrichtlinie hervor, die der Bundesrat heute final abgesegnet hat.
 
Mit seinem Votum folgte er einer Empfehlung aus dem Länder-Gesundheitsausschuss. Dieser hatte dem Plenum Mitte Januar dazu geraten, dem Gesetz ohne Einwände zuzustimmen, und war damit von seinen ursprünglichen Forderungen abgerückt. Denn eigentlich hatten die Länder durchaus Änderungsbedarf an der Novelle gesehen. Die geplante Definition des Apothekerberufs hatten sie bis zuletzt als unvollständig kritisiert. Ihnen hatte vor allem ein Verweis auf den Ort der Tätigkeit gefehlt. Schließlich arbeiteten Apotheker längst nicht mehr nur in der Offizin, sondern auch in Verwaltung, Forschung, Lehre und Industrie, so die Argumentation. Die Bundesregierung wollte auf die Forderung der Länder nicht eingehen und hatte lediglich in Aussicht gestellt, das Thema zu einem späteren Zeitpunkt erneut anzugehen.
 
Mit dieser Ankündigung haben sich die Länder nun zufriedengegeben. Theoretisch hätten sie das Gesetz über ihr Votum stoppen können. Das allerdings hätte die Umsetzung der EU-Richtlinie unter Umständen in weite Ferne gerückt. Genau in diesem Punkt hinkt Deutschland aber bereits heute hinter dem offiziellen Zeitplan hinterher. Denn eigentlich mussten alle EU-Staaten die Richtlinie bis zum 18. Januar in nationales Recht überführen. Lange wird es jetzt aber auch hierzulande nicht mehr dauern: Dem Gesetz fehlt nur noch die Unterschrift von Bundespräsident Joachim Gauck, dann kann es kurz darauf in Kraft treten.
 
Das Berufsbild des Apothekers ist nur einer von vielen Punkten, mit denen sich die Novelle befasst. Ziel der Berufsanerkennungsrichtlinie ist es, das Arbeiten im EU-Ausland zu erleichtern. Apotheker können künftig einen sogenannten europäischen Berufsausweis beantragen und ihre Qualifikationen damit über ein elektronisches Verfahren im Zielland anerkennen lassen. Darüber hinaus sollen grundsätzlich auch Apotheker aus Drittstaaten in Deutschland Apotheken betreiben können. (sch)
 
29.01.2016 l PZ
Foto: Fotolia/Valdis Torms
 

 

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