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Finasterid: Verdacht auf erhöhtes Suizidrisiko

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Finasterid: Verdacht auf erhöhtes Suizidrisiko
 


Die Einnahme von Finasterid führt möglicherweise zu Suizidgedanken. Einen potenziellen Zusammenhang überprüft derzeit die kanadische Gesundheitsbehörde «Health Canada». Anlass sind zwölf Verdachtsfälle, die der Behörde seit 1992 gemeldet wurden. In Kanada wird, wie  in der EU, Finasterid bei zwei Indikationen eingesetzt: in hoher Dosierung (5 mg/d) zur Behandlung der gutartigen Prostatahyperplasie (Proscar®), in niedriger Dosierung (1 mg/d) bei einer bestimmten Form des männlichen Haarausfalls (Propecia®). Unter beiden Dosierungen wurden Verdachtsfälle auf Suizidalität gemeldet. So entwickelte ein junger Mann, der mit Propecia behandelt wurde, eine Woche nach Therapiebeginn erhöhte Reizbarkeit und Depressionen. Diese führten zu Selbstmordgedanken, obwohl in seiner Vorgeschichte keine Depressionen bekannt waren. Nach dem Absetzen von Finasterid besserte sich sein Zustand wieder.
 
Finasterid wirkt als 5-α-Reduktase-Hemmer und verhindert die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT). Darauf beruht die Wirksamkeit beim benigen Prostatasyndrom und bei der androgenetischen Alopezie. Zudem könnte eine Inhibition des Enzyms die Zahl neuroaktiver Steroide reduzieren, die Einfluss auf psychische und kognitive Effekte haben können. In den aktuellen Fachinformationen von Proscar und Propecia, sowie in den entsprechenden Produktinformationen in den USA und Deutschland werden derzeit nur Depressionen als Nebenwirkung genannt. (rt)
 
Lesen Sie dazu auch
Wirkstoffprofil Finasterid|Propecia®|76|1999 in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe
 
27.01.2016 l PZ
Foto: Fotolia/Vege
 

 

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