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Erster Fall in Dänemark: Tourist mit Zika-Virus infiziert

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Erster Fall in Dänemark: Tourist mit Zika-Virus infiziert
 


Erstmals ist das Zika-Virus bei einem Patienten in Dänemark entdeckt worden. Der Däne habe sich bei einer Reise nach Süd- und Lateinamerika mit dem durch Mücken übertragenen Erreger angesteckt und danach über Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen geklagt, teilte das Universitätskrankenhaus in Aarhus heute mit. Eine Untersuchung habe die Infektion am Dienstagabend bestätigt. Der Patient werde ambulant behandelt. «Sein Zustand ist gut», hieß es.
 
Das tropische Virus, das derzeit vor allem in Brasilien grassiert, wurde in den vergangenen Jahren auch mehrfach bei deutschen Reiserückkehrern diagnostiziert. Das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin habe seit 2013 zehn Infektionen festgestellt, sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit der Nachrichtenagentur dpa. Dabei handle es sich ausschließlich um importierte Fälle. Der Erreger verursacht zwar bei den Infizierten keine schwere Erkrankung, steht aber im Verdacht, bei Schwangeren das ungeborene Kind zu schädigen.
 
Bei einem Treffen mit Gesundheitsexperten rief US-Präsident Barack Obama jetzt zu größeren Anstrengungen bei der Erforschung des Virus auf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte diese Woche vor einer Ausbreitung des Virus auf dem gesamten amerikanischen Kontinent gewarnt. Obama betonte bei dem Treffen, man brauche eine verbesserte Diagnostik, zudem müssten Impfstoffe und Heilungsansätze entwickelt werden. Alle Amerikaner müssten sich über das Virus sowie über Möglichkeiten informieren können und wissen, wie sie sich vor einer Infektion schützen könnten.
 
Ein genaues Bild von eingeschleppten Virus-Fällen in Europa gibt es nicht, denn die Infektion ist nicht meldepflichtig. Zwar registrierte Italien schon vier Fälle, Großbritannien drei und Spanien zwei. Aber Virologe Schmidt-Chanasit meinte: «Diese Zahlen sind alle nicht korrekt.» Gute Aufzeichnungen über das Auftreten der Krankheit fehlten. Jetzt steige die Zahl der Fälle täglich, weil sich mehr Patienten untersuchen ließen und die Mediziner genauer hinschauten. Obwohl einer der möglichen Überträger des Virus, die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), in Südeuropa und auch in Süddeutschland vorkomme, sei bislang keine in Europa oder Deutschland erworbene Zika-Infektion bekannt, sagte Schmidt-Chanasit.
 
27.01.2016 l dpa
Foto: Fotolia/thaibert
 

 

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