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Rohmilch: Omega-3-Fettsäuren schützen vor Asthma

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Rohmilch: Omega-3-Fettsäuren schützen vor Asthma
 


Kinder, die von klein auf Rohmilch trinken, entwickeln seltener Asthma als Kinder, die industriell verarbeitete Milch trinken. Dazu könnte der höhere Omega-3-Fettsäure-Gehalt in unverarbeiteter Milch beitragen, schreiben Autoren um Tabea Brick aus der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Erika von Mutius von der Ludwig-Maximilians-Universität München, (LMU) in der Fachzeitschrift «Journal of Allergy and Clinical Immunology».
 
In der Pasture-Studie (The Protection Against Allergy Study in Rural Environments) wurden Ernährung und Gesundheit von mehr als 1100 Kindern aus ländlichen Regionen in fünf europäischen Ländern von der Geburt bis zum Alter von sechs Jahren regelmäßig erfasst. Bei 934 Kindern wurde der Milchkonsum erhoben. Kinder, die ab der frühen Kindheit regelmäßig unverarbeitete Milch tranken, hatten mit sechs Jahren ein geringeres Asthma-Risiko. Wie die LMU-Forscher zeigten, liegt das unter anderem am unterschiedlichen Gehalt von Omega-3-Fettsäuren, die in vivo zu antientzündlichen Mediatoren umgewandelt werden. Die Ergebnisse sind der Studie zufolge unabhängig von anderen möglichen Einflussfaktoren.
 
Milch vom Bauernhof hat einen höheren Fett- und Omega-3-Fettsäure-Gehalt als pasteurisierte, homogenisierte und fettreduzierte Milch. Nachteilig ist, dass Rohmilch pathogene Mikroorganismen enthalten kann. Die Münchner Allergologie-Forscher untersuchten gemeinsam mit Forschern der Universität Marburg verschiedene Arten von Milch. Je stärker diese verarbeitet war, desto geringer war der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, heißt es in einer Pressemeldung der LMU. Der Gehalt an Omega-6-Fettsäuren, bei deren Abbau im Körper überwiegend proentzündliche Derivate entstehen, verändere sich kaum.
 
Bei der industriellen Verarbeitung wird Milch erhitzt, beim Pasteurisieren auf Temperaturen zwischen 72 und 75 °C. Zudem wird die Milch homogenisiert, damit sie nicht aufrahmt. Die Münchner Forscher plädieren für die Entwicklung neuer schonender Verfahren in der industriellen Milchverarbeitung. So könne die Milch ihre schützenden Inhaltsstoffe bewahren und sei zugleich gesundheitlich unbedenklich. (bmg)
 
DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.jaci.2015.10.042
 
26.01.2016 l PZ
Foto: Milch & Markt
 

 

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