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Zika-Virus: WHO warnt vor Ausbreitung in ganz Amerika

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Zika-Virus: WHO warnt vor Ausbreitung in ganz Amerika
 


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer Ausbreitung des besonders für Schwangere gefährlichen Zika-Virus auf dem gesamten amerikanischen Kontinent gewarnt. Der von Mücken der Aedes-Gattung übertragene Erreger sei schon in 21 Ländern festgestellt worden, teilte die WHO jetzt in Genf mit. Das Virus steht im Verdacht, bei einer Infektion von Schwangeren Schädelfehlbildungen bei Babys auszulösen. Allein in Brasilien wurden 3893 Fälle von Mikrozephalie ermittelt. In sechs Fällen hatten Schwangere sich mit Zika infiziert, bei Hunderten weiteren Fällen besteht ein entsprechender Verdacht.

 

In Lateinamerika wurden Fälle aus folgenden Ländern gemeldet: Barbados, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Französisch-Guyana, Guatemala, Guadeloupe, Guyana, Haiti, Honduras, Martinique, Mexiko, Panama, Paraguay, Puerto Rico, Saint Martin, Surinam und Venezuela. Das Auswärtige Amt empfiehlt Schwangeren, Reisen in Ausbruchsgebiete «möglichst zu vermeiden». Auch in den USA ist das Virus bereits eingeschleppt worden. Von dort wurde bisher ein Dutzend Fälle gemeldet.

 

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus will die brasilianische Regierung bis zu 220.000 Soldaten einsetzen. Wie Gesundheitsminister Marcelo Castro nach Angaben der Nachrichtenagentur Agência Brasil mitteilte, sollen am 13. Februar die Soldaten in besonders betroffenen Gebieten von Haus zu Haus gehen und bei der Bekämpfung der übertragenden Moskitoart helfen. «Seit 30 Jahren gibt es diese Moskitos im Land und wir haben es nicht geschafft, sie zu eliminieren», betonte Castro. Die Mückenart überträgt auch Dengue und Gelbfieber. Als weitere Maßnahme sollen rund 400.000 schwangere Frauen aus ärmeren Schichten, die Sozialleistungen im Rahmen des Programms «Bolsa Familia» bekommen, Moskitoschutzmittel erhalten.

 

Erstmals war das Virus in Brasilien vor knapp einem Jahr festgestellt worden. Dort hatten die Gesundheitsbehörden auch den Zusammenhang mit einer Zunahme von Schädelfehlbildungen bei Babys ermittelt. Insgesamt ist der zuerst in Afrika aufgetauchte Erreger kaum erforscht; normalerweise löst er relativ harmlose Symptome wie leichtes Fieber und Hautausschlag aus. Impfungen dagegen gibt es nicht. Guter Mückenschutz ist daher die einzige Schutzmaßnahme.

 

26.01.2016 l dpa

Foto: Fotolia/vector-master

 

 

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