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Retax-Terror nur in Deutschland

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Retax-Terror nur in Deutschland
 


Seit Jahren überziehen Krankenkassen in Deutschland die Apotheker auch wegen kleinster formaler Fehler mit Null-Retaxierungen. Für die Kostenträger ist dies offenbar eine lukrative Einnahmequelle. In den anderen deutschsprachigen Ländern agieren Kassen weniger brachial. Die immer noch ungeklärte Regelung für Null-Retaxierungen ist für Apotheker extrem unbefriedigend.

 

«Die aktuelle Situation schafft ein Klima des Misstrauens», sagte der Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK), Andreas Kiefer, bei einer Podiumsdiskussion während des Pharmacons Schladming. Gemeinsam mit dem Österreichischen Kammerpräsidenten Max Wellan, dem Südtiroler Präsidenten Maximin Liebl und dem Chef des schweizerischen Apothekerverbandes, Dominique Jordan, diskutierte Kiefer die Rahmenbedingungen für Apotheker im deutschsprachigen Raum. Dabei wurde deutlich, dass die Krankenkassen in den Nachbarstaaten weitaus stärker an einer Zusammenarbeit mit den Apothekern interessiert sind als in Deutschland. Retax-Terror ist offenbar eine deutschlandexklusive Angelegenheit.

 

«Wir haben ein gutes Einvernehmen mit den Krankenkassen», sagte Wellan. Fehlerhafte Rezepte könnten im Nachhinein als «behebbarer Mangel» korrigiert werden. Liebl und Jordan zeigten sich ebenfalls mit der Zusammenarbeit von Krankenkassen und Apothekern in ihrem Land zufrieden. «Wir haben keine großen Probleme mit den Krankenkassen», konstatierte der Südtiroler Kammerchef Liebl. Laut seinem österreichischen Kollegen Wellan haben die heimischen Kassen überhaupt keine Möglichkeit, die Rezepte willkürlich auf null zu retaxieren. Die Apothekenleiter rechneten alle Rezepte direkt über die so genannte Gehaltskasse ab, eine von den Apothekern eingerichtete Institution.

 

Wann es in Deutschland eine akzeptable Lösung für Null-Retaxierungen geben wird, ist laut Kiefer noch offen. Ein Schlichterspruch im aktuellen Schiedsverfahren sei für das Frühjahr zu erwarten. Was dabei herauskomme, sei aber noch unklar. Sicher ist, dass es nicht noch schlechter werden kann. Ob es aber ein Ergebnis geben wird, das sowohl Apotheker als auch Krankenkassen mitttragen, ist nicht sicher. (dr)

 

22.01.2016 l PZ

Foto: Fotolia/mapoli-photo

 

 

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