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Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Kein Innovationsstau

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Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Kein Innovationsstau
 


Für die Behandlung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU) befinden sich einige neue Wirkstoffe in der Entwicklung. Darüber informierte Professor Dr. Gerd Bendas (Foto) von der Universität Bonn beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming. Der Apotheker unterschied dabei in Antikörper und oral verfügbare Wirkstoffe. So habe zum Beispiel der monoklonale Antikörper Etrolizumab eine Phase-II-Studie bei CU erfolgreich abgeschlossen. Für den Einsatz bei MC würden dagegen in Phase II ein Antikörper gegen das Interleukin-23 und einer gegen das Interleukin-6 getestet. Sehr positive Daten, so Bendas, habe es auch in einer Phase-III-Studie mit dem bereits für den Einsatz bei Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis verfügbaren Wirkstoff Ustekinumab (Stelara®) gegeben. Der Referent geht davon aus, dass eine Indikationserweiterung des gegen die Interleukine-12 und -23 gerichteten Antikörpers für Patienten mit CU und MC nicht mehr lange auf sich warten lässt.
 
Auch der Januskinase-Inhibitor Tofacitinib (Xeljanz®), der in den USA zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis zum Einsatz kommen darf, könnte eine entsprechende Indikationserweiterung erhalten. Andere, ebenfalls oral verfügbare Substanzen könnten über kurz oder lang ganz neu auf den Markt kommen. Bendas zufolge wird zum Beispiel Vidofludimus bei MC getestet. Die Substanz besitzt einen dualen Wirkmechanismus und hemmt sowohl die Freisetzung von Zytokinen als auch die Produktion von DNA-Bausteinen. Ein anderes Wirkprinzip hat der für den Einsatz bei CU und MC getestete Wirkstoff Ozanimod. Er ist ein Sphingosin-1-Rezeptor-Modulator. Mongersen ist dagegen ein oral verfügbarer Antisense-Wirkstoff, wird also auf mRNA-Ebene aktiv. (ss)
 
18.01.2016 l PZ
Foto: PZ/Alois Müller
 

 

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