Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Ergänzung des Berufsbilds: Länder lassen Forderung fallen

NACHRICHTEN

 
Ergänzung des Berufsbilds: Länder lassen Forderung fallen
 


Die Bundesländer werden der Novelle zur Umsetzung der sogenannten EU-Berufsanerkennungsrichtlinie aller Voraussicht nach zustimmen, obwohl sie mit der darin verankerten Definition des Apothekerberufs nicht einverstanden sind. Am Mittwoch beriet der Gesundheitsausschuss im Bundesrat über das Gesetz. In einer Stellungnahme rät er dem Plenum nun, der Novelle am 29. Januar ohne Einwände zuzustimmen. Dieser Empfehlung wird die Vollversammlung mit großer Wahrscheinlichkeit folgen.
 
Dabei hatten die Länder bis zuletzt deutliche Kritik an dem Gesetz geübt. Die Bundesregierung will unter anderem das Berufsbild des Apothekers in der Bundesapothekerordnung neu definieren. In Zukunft soll § 2 in zehn Punkten pharmazeutische Arbeiten aufführen, die Apotheker typischerweise übernehmen. Aus Sicht der Länder greift diese Definition jedoch zu kurz, da sie nicht gesondert auf den Ort der Tätigkeit eingeht. Sie hatten daher auf Ergänzungen gedrängt, damit sich auch Apotheker aus Industrie, Forschung, Verwaltung und Lehre in der Definition wiederfinden. Auf diese Forderung war die Bundesregierung nicht eingegangen. Sie hatte lediglich in Aussicht gestellt, das Anliegen zu prüfen und zu einem späteren Zeitpunkt anzugehen. Kurz vor Weihnachten hatte das Gesetz schließlich den Bundestag passiert.
 
Ohne Zustimmung der Länder kann die Novelle nicht in Kraft treten. Theoretisch könnten sie das Vorhaben also blockieren. Danach sieht es jedoch nicht aus. Tatsächlich würde der Bundesrat mit einer solchen Aktion die Umsetzung der EU-Richtlinie verschleppen. Dabei hinkt Deutschland bereits jetzt hinter dem Zeitplan der Europäischen Union hinterher: Eigentlich müssen alle Mitgliedstaaten die Richtlinie bis zum 18. Januar umsetzen. Geben die Länder Ende Januar ihr Okay, können die neuen Vorgaben aber auch hierzulande zügig in Kraft treten. Eine solch kurzfristige Verzögerung beanstandet die EU in der Regel nicht als gravierendes Problem. (sch)
 
15.01.2016 l PZ
Foto: Fotolia/Hoda Bogdan
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Hepatitis C: Zwei neue Mittel zur Zulassung empfohlen

Epclusa® und Zepatier® heißen zwei neue Arzneimittel, die aller Voraussicht nach bald die therapeutischen Optionen...



Arzneiformen für Kinder: Todesurteil für die Parabene

Kommt jetzt das Aus für die Parabene? Professor Dr. Jörg Breitkreutz (Foto) vom Institut für Pharmazeutische Technologie der...



ASS bei Kindern: Das muss kein Fehler sein

Viele wissen, dass der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) wegen der Gefahr des Reye-Syndroms bei Kindern nicht eingesetzt werden sollte....



Generika: EU-Parlament will Produktion stärken

Das EU-Parlament will den Generikamarkt stärken und hat die EU-Kommission zu einer entsprechenden Gesetzesänderung aufgefordert. Das teilte...

 
 

Phase-I-Studien: EMA überarbeitet Vorschriften
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) stellt die Vorschriften auf den Prüfstand, die gelten, wenn Arzneistoffe zum ersten Mal an...

Chronische Sinusitis: Nasen-Mikrobiom ist nicht schuld
Die Zusammensetzung der Bakterien in der Nasenhöhle unterscheidet sich bei Menschen, die an einer chronischen Entzündung der...

Tierhaltung: EMA will Colistin-Einsatz beschränken
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) will dafür sorgen, dass der veterinärmedizinische Einsatz des Antibiotikums Colistin in Europa...

Heimversorgung: Lagerraum als Arbeitsstätte zulässig
Apotheken dürfen die Heimversorgung auch von einem externen angemieteten Lagerraum aus regeln. Das hat das Bundesverwaltungsgericht...

Polymedikation bei Senioren: Merkkarte unterstützt Apotheker
Senioren haben grundsätzlich ein höheres Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen als jüngere Menschen, weil sie häufig mehrere...

Ärzte gegen Übergewicht: Softdrink-Steuer soll Trend stoppen
Im Kampf gegen Übergewicht haben Ärzte eine Softdrink-Steuer, mehr Schulsport und Ernährungskunde als Unterrichtsfach vorgeschlagen. Mehr...

Noch mehr Meldungen...













DIREKT ZU