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Sturzrisiko im Alter: Vorsicht vor hohen Vitamin-D-Dosen

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Sturzrisiko im Alter: Vorsicht vor hohen Vitamin-D-Dosen
 


Betagte Menschen benötigen keine Extradosis Vitamin D, um das Risiko von Stürzen zu minimieren. Eine hoch dosierte Behandlung kann das Risiko sogar erhöhen. Dies zeigte eine randomisierte klinische Studie unter Leitung von Professor Heike A. Bischoff-Ferrari von der Klinik für Geriatrie, Universitätsspital Zürich, die im Fachmagazin JAMA Intern Med publiziert wurde.
 
An der einjährigen Studie nahmen 200 Senioren teil, die selbstständig zu Hause lebten und in den zwölf Monaten vor Studienbeginn mindestens ein Mal gestürzt waren. Das Durchschnittsalter lag bei 78 Jahren; 58 Prozent hatten ein Vitamin-D-Defizit (25-Hydroxyvitamin-D-Blutwerte unter 20 ng/ml). Die Teilnehmer erhielten einmal pro Monat entweder die Standarddosis von 24.000 IE Vitamin D oder 60.000 IE oder 24.000 IE plus 300 μg Calcifediol, eine Vorstufe von Vitamin D.
 
Zwar erreichten in den Gruppen mit den höheren Dosierungen mehr Patienten 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel von mindestens 30 ng/ml, aber die körperliche Leistungsfähigkeit der Beine besserte sich nicht stärker. Dies waren die primären Endpunkte der Studie. Deutliche Unterschiede gab es jedoch im sekundären Endpunkt, der Zahl der Stürze.
 
60 Prozent der Teilnehmer stürzten im Studienjahr. Die beiden Gruppen mit den höheren Dosierungen hatten den höchsten Anteil an Stürzen (67 und 66 Prozent) verglichen mit der Gruppe, die die Standarddosierung erhalten hatte (knapp 48 Prozent). Dieses Muster spiegle sich im erreichten 25-Hydroxyvitamin-D-Blutspiegel wider, heißt es in einer Pressemeldung des Universitätsspitals Zürich. Die Gruppe mit dem Spiegel im unteren Normalbereich (21,3 bis 30,3 ng/ml) wies am wenigsten Stürze auf. Dagegen geschahen in der Gruppe mit den Höchstwerten (44,7 bis 98,9 ng/ml) die meisten Stürze.
 
Die Studie liefere einen wichtigen Hinweis, welcher Vitamin-D-Spiegel bezüglich Sturzprophylaxe am besten sei, schreibt die Studienleiterin. Sie unterstützt die gängigen Empfehlungen, die für Personen ab 60 Jahren die tägliche Einnahme von 800 IE oder von 24.000 IE im Monat vorsehen. (bmg)
 
DOI:10.1001/jamainternmed.2015.7148
 
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15.01.2016 l PZ
Foto: Fotolia/Jean Kobben
 

 

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