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Estland: Arzneimittelrecht gefährdet Wettbewerb

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Estland: Arzneimittelrecht gefährdet Wettbewerb
 


Die estnische Wettbewerbsbehörde ECA fordert eine Revision des dort geltenden Arzneimittelrechts. Seitdem der Gesetzgeber im März 2015 die Regeln verschärft hat, dürfen in Estland nur noch Pharmazeuten Haupteigentümer einer Apotheke sein. Aus Sicht der Behörde behindert dies den freien Wettbewerb, wie sie im Dezember vergangenen Jahres erklärte.
 
Bereits im Juli 2014 war eine Novelle in Kraft getreten, die es pharmazeutischen Großhändlern verbietet, Apotheken zu besitzen. Mit der Gesetzesänderung von 2015 ist nun auch ihnen nahe stehenden Unternehmen das Eröffnen von Apotheken untersagt. Den bereits bestehenden Apotheken räumte der Gesetzgeber fünf Jahre Zeit ein, um die neuen Vorgaben umzusetzen. Halten sie diese Frist nicht ein, droht ihnen die Schließung.
 
Die ECA befürchtet, dass sich diese Regeln negativ auf den Apothekenmarkt auswirken könnten. Seit Inkrafttreten der Änderungen aus dem März habe es so gut wie keine Neueröffnungen mehr gegeben. Darüber hinaus seien rund 80 Prozent der Apotheken in Estland mit einer der vier großen Apothekenketten verbunden. Das neue Gesetz schränke diese in ihren Möglichkeiten zu expandieren ganz besonders ein, so die ECA.
 
Die Behörde sieht demnach keine positiven Effekte auf den Wettbewerb. Zudem kritisierte sie, dass «keine einzige Analyse vorliegt, die beweisen würde, dass die Dienstleistungen der betroffenen Apotheken qualitativ schlechter sind als die von Apotheken, die von Pharmazeuten betrieben werden». (cm)
 
14.01.2016 l PZ
Foto: Fotolia/beugdesign
 

 

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