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Formfehler auf dem Rezept: Apotheker lassen nicht locker

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Formfehler auf dem Rezept: Apotheker lassen nicht locker
 


Die Apotheker drängen erneut auf ein vereinfachtes Verfahren, sollten Telefonnummer oder Vorname des Arztes auf dem Rezept fehlen. Beide Angaben müssen Verschreibungen seit vergangenem Sommer zusätzlich zu den üblichen Informationen aufführen. Nicht alle Praxen halten sich jedoch an diese Vorschrift, Apotheker müssen dann jeweils Rücksprache mit dem Arzt halten und ihn um Ergänzung bitten.
 
Aus Sicht der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ist dieses Prozedere in vielen Fällen überflüssig. Schließlich seien den Apothekern Vorname und Telefonnummer des Arztes häufig bekannt, argumentiert sie in einer Stellungnahme, die sie dem Gesundheitsausschuss im Bundesrat vorgelegt hat. In solchen Fällen müssten die Apotheker die Angaben daher auch in Eigenregie ergänzen können, «um die Arzneimittelversorgung der Patienten nicht aus rein formalen Gründen zu verzögern».
 
Hintergrund der Stellungnahme ist eine geplante Novelle der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), mit der sich der Gesundheitsausschuss heute beschäftigt. Die Neufassung soll unter anderem Racecadotril auch für Kinder ab 12 Jahren aus der Rezeptpflicht entlassen. Für Tierarzneimittel mit dem Wirkstoff Praziquantel soll künftig hingegen immer ein Rezept erforderlich sein. Die ABDA hofft, auch ihre Forderungen mit Blick auf die neuen Pflichtangaben in der Novelle unterbringen zu können.
 
Im November hatte sie ihr Anliegen bereits an das federführende Bundesministerium für Gesundheit herangetragen. Das war auf die Anregungen allerdings nicht eingegangen. In ihrer Stellungnahme machen sich die Apotheker auch für eine Vereinheitlichung mit Blick auf die Gültigkeitsdauer von Rezepten stark. Während Patienten Verschreibungen über Betäubungsmittel und Isotretinoin-haltige Präparate maximal sieben Tage lang in der Apotheke einlösen können, sind sogenannte T-Rezepte lediglich sechs Tage lang gültig. Für diese Abweichungen sieht die ABDA «keinen sachlichen Grund» und schlägt daher in allen drei Fällen eine generelle Gültigkeitsdauer von sieben Tagen vor.
 
Neben der AMVV-Novelle steht heute auch ein Gesetz auf der Tagesordnung des Gesundheitsausschusses, mit dem die für Heilberufler relevanten Vorgaben der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie in deutsches Recht überführt werden sollen. Mit der Novelle wird auch die Definition des Apothekerberufs überarbeitet. Nach Meinung der Bundesländer greift dieser Schritt zu kurz und vernachlässigt wichtige Tätigkeitsfelder der Apotheker. Ob sie das Gesetz trotz ihrer Bedenken letztlich absegnen werden, ist nicht ganz klar. Im Ausschuss werden die Länder heute vermutlich die Weichen für die finale Abstimmung Ende Januar stellen. (sch)
 
13.01.2016 l PZ
Foto: Fotolia/pixelfokus
 

 

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