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Patientenschützer lehnen einheitliche Pflegeausbildung ab

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Patientenschützer lehnen einheitliche Pflegeausbildung ab
 


Die Deutsche Stiftung Patientenschutz lehnt die geplante Zusammenlegung der Ausbildung in den Pflegeberufen vehement ab. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte heute der Nachrichtenagentur dpa: «Krankenpflege ist etwas anderes als Altenpflege.» Krankenpflege, etwa von Kindern oder Unfallpatienten, sei auf die Heilung akuter Beschwerden gerichtet, Heimbewohner brauchten lebenslange gute Pflege.
 
Indem die Bundesregierung mit ihrer geplanten Reform der Pflegeausbildung alles in einen Topf werfe, verspiele sie die Stärke des deutschen Ausbildungssystems. «Denn das setzt aus guten Gründen auf Differenzierung und Qualität. Genau dafür ist es auch im Ausland anerkannt. Dort ist die generalisierte und verschulte Ausbildung gescheitert. Und das ist auch ein Grund für die hohe Arbeitslosigkeit junger Menschen in diesen Ländern», argumentierte Brysch.
 
Das Kabinett hat heute der geplanten Reform der Pflegeausbildung zugestimmt. Das Pflegeberufsgesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) sieht vor, die bisher unterschiedliche Ausbildung für die Altenpflege, die Krankenpflege und die Kinderkrankenpflege zu vereinheitlichen (generalisieren) mit einem einheitlichen Berufsabschluss. Auszubildende sollen kein Schulgeld mehr bezahlen müssen. Sie bekommen vielmehr eine Ausbildungsvergütung. Als weitere Neuerung soll ein Pflegestudium eingeführt werden.
 
Für das Pflegeberufsgesetz der Bundesregierung werden Brysch zufolge Mehrkosten von 322 Millionen Euro veranschlagt. Dringlicher als eine Ausbildungsreform sei ein bundeseinheitlicher  Mindestpersonalschlüssel der Regierung für die Pflege, sagte er. Alleine in der Altenpflege fehlten heute rund 30.000 Fachkräfte.
 
13.01.2016 l dpa
Foto: Fotolia/Peter Atkins
 

 

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