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Typ-2-Diabetes erhöht Herzinfarkt-Risiko besonders bei Frauen

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Typ-2-Diabetes erhöht Herzinfarkt-Risiko besonders bei Frauen


Von Annette Mende / Weibliche Typ-2- Diabetiker erleiden häufiger einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall als männliche. Damit kehrt der Typ-2-Diabetes das Geschlechterverhältnis bei kardiovaskulären Erkrankungen um, denn normalerweise sind Frauen zumindest vor der Menopause weniger gefährdet als Männer.

 

Darauf weist die US-amerikanische kardiologische Fachgesellschaft AHA in einer wissenschaftlichen Stellungnahme im Fachjournal »Circulation« hin. Demnach erkranken Frauen mit Typ-2-Diabetes früher als männliche Patienten an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall und sie sterben häufiger daran. Auch an chronischem Herzversagen, einer möglichen Spätfolge eines überstandenen Herzinfarkts, leiden Typ-2-Diabetikerinnen häufiger (DOI: 10.1161/CIR.0000000000000343).

 

Die Gründe für die beobachteten Unterschiede sind noch nicht geklärt. Möglicherweise werden die Folgen des Typ-2-Diabetes von betroffenen Frauen und ihren Ärzten unterschätzt, vermutet Professor Dr. Dirk Müller-Wieland, Vizepräsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. So erhielten Frauen seltener als Männer Arzneimittel gegen Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterolwerte beziehungsweise Acetylsalicylsäure zur Sekundärprävention des Herzinfarkts. Auch ließen sich aufgrund der hormonellen Lage die Blutzucker-, -fett- und -druckwerte schwieriger einstellen als bei männlichen Patienten.

 

Eine Rolle kann auch das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) spielen, das bei 6 bis 8 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter vorliegt. Es kann die Wirkung von Insulin abschwächen. Auch neigen Frauen mit PCOS zu bauchbetontem Übergewicht, was per se einen kardiovaskulären Risikofaktor darstellt. Doch es gibt auch eine gute Nachricht für betroffene Frauen: Sie profitieren mehr als Männer von einer Änderung des Lebensstils und können so ihr Herz-Kreislauf-Risiko mit Ernährungsumstellung und mehr Bewegung selbst senken. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 01/02/2016

 

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