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Online-Praxen vor dem Aus: ABDA kommentiert Gesetzentwurf

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Online-Praxen vor dem Aus: ABDA kommentiert Gesetzentwurf
 


Die Apotheker begrüßen die geplante Vorschrift, nach der Patienten Rezepte aus Online-Praxen in deutschen Apotheken künftig nicht mehr einlösen können. «So werden Geschäftskonzepte vereitelt, die unter Ausnutzung europäischer Sonderreglungen das Patientenwohl gefährden», sagte Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. In Zukunft sollen Apotheker verordnete Arzneimittel nur dann abgeben, wenn der Arzt den Patienten persönlich gesehen und untersucht hat. So steht es im Entwurf für das sogenannte Vierte Gesetz zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften (AMRÄndG). Eine Behandlung über das Internet oder am Telefon reicht demnach nicht aus.

 

Die Apotheker hätten eine entsprechende Regelung schon seit Langem gefordert, so Schmidt. Allerdings drängt die ABDA auf eine Klarstellung. Schließlich lege der Gesetzentwurf bislang nicht fest, anhand welcher Merkmale der Apotheker eindeutig erkennen könne, dass es sich um eine Verschreibung ohne persönlichen Kontakt handelt, heißt es in einer Stellungnahme der Bundesvereinigung. Sie schlägt daher eine Auflistung verschiedener Beispiele vor, an denen sich die Apotheker orientieren können.

 

Darüber hinaus hoffen die Apotheker, in der geplanten Novelle auch eine bessere Vergütung ihrer Arbeit verankern zu können. Handlungsbedarf sehen sie an verschiedenen Stellen. Nach Meinung der ABDA muss das Fixhonorar jährlich überprüft und angepasst werden, das Apotheker bei Abgabe rezeptpflichtiger Fertigarzneimittel bekommen. Darüber hinaus fordert sie, das Fixum auch auf die Rezeptur auszudehnen. Für die besonderen Pflichten bei Abgabe von Betäubungsmitteln erhalten Apotheker heute 26 Cent. Die ABDA hält eine Gebühr von 2,91 Euro für angemessen, ein Zuschlag, der demnach auch für andere Arzneimittel mit besonderem Dokumentationsaufwand gelten soll. Zudem drängen die Apotheker darauf, den Festzuschlag zur Finanzierung der Notdienstpauschale von 16 Cent auf 20 Cent zu erhöhen.

 

Um eine sichere Arzneimittelversorgung auch in Zukunft gewährleisten zu können, sieht die ABDA die Politik auch an anderer Stelle in der Pflicht. So müsse endlich die Importquote wegfallen. «Wenn wir wirksam verhindern wollen, dass gefälschte Arzneimittel in die Hände von Patienten gelangen, muss der Apotheker selbst entscheiden können, ob er ein Importarzneimittel abgibt oder nicht», sagte Schmidt. Mit Blick auf den Verbraucherschutz muss nach Meinung der ABDA auch der Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln eingedämmt werden. (sch)

 

12.01.2016 l PZ

Foto: Fotolia/Jürgen Fälchle

 

 

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