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PPI: Langzeitanwendung schädigt möglicherweise Nieren

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PPI: Langzeitanwendung schädigt möglicherweise Nieren
 


Patienten, die über einen langen Zeitraum Protonen­pumpen­hemmer (PPI) einnehmen, haben ein erhöhtes Risiko für eine chronische Nierenschwäche. Das zeigen die Ergebnisse einer Beobachtungs­­studie im Fachjournal «JAMA Internal Medicine». Die Autoren um Dr. Benjamin Lazarus von der Johns Hopkins University in Baltimore betonen allerdings, dass Beobachtungsstudien per se einen Kausalzusammenhang nicht belegen können. Gleichwohl empfehlen sie, insbesondere Langzeit-PPI-Verordnungen auf den Prüfstand zu stellen und die Medikamente abzusetzen, wenn keine zwingende Indikation gegeben ist. Schätzungen zufolge sei das in den USA bei 25 bis 70 Prozent der behandelten Patienten der Fall.

 

Für die Studie werteten die Forscher 12- beziehungsweise 15-Jahresdaten von knapp 10.500 durchschnittlich 63-jährigen Teilnehmern der populationsbasierten Langzeit-Beobachtungsstudie ARIC aus. Die Einnahme von PPI war dabei ein unabhängiger Risikofaktor für eine chronische Nierenschwäche (CKD), der die Wahrscheinlichkeit für diese Erkrankung um 20 bis 50 Prozent erhöhte. Der Zusammenhang blieb auch dann bestehen, wenn mögliche Verzerrungen wie sozioökonomischer Status, Komorbiditäten und begleitender Arzneimittelgebrauch berücksichtigt wurden. Die Analyse der Daten von weiteren knapp 250.000 Patienten, die in Pennsylvania von einem bestimmten Pflegesystem betreut wurden, bestätigte die Ergebnisse der ersten Auswertung.

 

Die Dauereinnahme von PPI kann zu rezidivierenden akuten Nierenverletzungen führen und den Magnesiumspiegel senken. Beides zusammen ist aus Sicht der Autoren eine mögliche Erklärung für das beobachtete CKD-Risiko. Sie empfehlen daher Zurückhaltung bei der Verordnung, was auch angesichts anderer möglicher Nebenwirkungen der PPI wie dem Anstieg des Osteoporose-Risikos durch verminderte Vitamin-D-Aufnahme und der Gefahr der Besiedelung des Magen-Darm-Trakts mit potenziell pathogenen Keimen ratsam ist. (am)

 

DOI: 10.1001/jamainternmed.2015.7193

 

11.01.2016 l PZ

Foto: Fotolia/lom123

 

 

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