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Pädiatrie: Kasse testet Online-Beratung von Arzt zu Arzt

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Pädiatrie: Kasse testet Online-Beratung von Arzt zu Arzt
 


Mithilfe des neuen Telemedizin-System «PädExpert» können niedergelassene Kinder- und Jugendärzte in Bayern ab sofort einen pädiatrischen Facharzt online zu Rate ziehen, um unklare Diagnosen abzusichern und die Behandlung abzustimmen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und die Krankenkasse Barmer GEK wollen so die Behandlung von Heranwachsenden mit chronischen und seltenen Erkrankungen verbessern, heißt es in einer Pressemitteilung der Kasse.
 
Über das telemedizinische Expertenkonsil «PädExpert», das nur Barmer-GEK-Versicherten zur Verfügung steht, können Kinder- und Jugendärzte Kollegen mit speziellem Fachwissen bei Diagnose und Therapieverfahren online hinzuziehen, wenn Kinder an bestimmten Krankheiten leiden. Der telemedizinische Expertenrat soll zunächst bei zehn Indikationen zum Einsatz kommen, darunter Rheuma, Zöliakie und dermatologische Erkrankungen.
 
Das neue System hat laut Anbieter mehrere Vorteile. Die richtige Diagnose kann in vielen Fällen wesentlich schneller gestellt werden, als wenn die Eltern mit dem Kind zu einem möglicherweise weit entfernten Facharzt müssten, der unter Umständen Wartezeiten von mehreren Wochen hat. Innerhalb von 24 Stunden soll bei «PädExpert» eine Ersteinschätzung vorliegen. Die Telemedizin solle nicht den Facharzt ersetzen, betont der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach. Aber Facharztbesuche könnten künftig in zwei von drei Fällen nicht mehr erforderlich sein.
 
Natürlich müsse der Datenschutz gewährleistet sein, sagt der bayerische BVKJ-Vorsitzende Martin Lang, der das Programm mit entwickelte. Eine Online-Konsultation mit einem Fach-Kollegen sei nur mit Einwilligung der Eltern möglich. 80 Prozent stünden einer solchen Möglichkeit sehr offen gegenüber. Die Krankenkasse hat den Angaben zufolge keinen Zugriff auf die Daten. Das vom bayerischen Gesundheitsministerium geförderte Telemedizinsystem soll jetzt zuerst in Bayern erprobt und dann Mitte des Jahres in ganz Deutschland eingeführt werden - allerdings nur für die Versicherten der beteiligten Krankenkasse. (gm)
 
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08.01.2016 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/Yantra
 

 

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