Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

Becker: So können Krankenkassen die Versicherten entlasten

NACHRICHTEN

 
Becker: So können Krankenkassen die Versicherten entlasten
 


Die gesetzlichen Krankenkassen können ihre Versicherten auf verschiedenen Wegen von Zuzahlungen zu Arzneimitteln befreien. «Die Krankenkassen erhalten schließlich auch die kompletten Zuzahlungen der Patienten, die jede Apotheke einziehen und weiterleiten muss», sagt Fritz Becker (Foto), Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV), angesichts aktueller Berichte über steigende Zuzahlungen.

 

Die Kassen könnten ihre Versicherten jedoch schnell und wirksam entlasten. Ob Befreiungsbescheinigung, Festbetragsregelung oder Rabattvertrag – es gebe viele Möglichkeiten, auch Millionen chronisch kranke Patienten vor finanzieller und bürokratischer Überforderung zu schützen. Becker: «Leider passiert oft das Gegenteil, wenn zum Beispiel ein zuzahlungsfreies Medikament nicht abgegeben werden darf, weil ein zuzahlungspflichtiges Rabattarzneimittel Vorrang hat.»

 

Die Vermutung, größere Packungen oder teure Medikamente würden die Zuzahlungen erhöhen, sei dagegen falsch: «Egal wie teuer ein Arzneimittel ist, die Zuzahlung ist per Gesetz bei 10 Euro gedeckelt», so Becker. «Die Apotheken tun ihr Bestes, ihren Patienten zuzahlungsfreie Alternativmedikamente zu empfehlen. Apotheker und Patient sollten über das Arzneimittel, nicht über die Zuzahlung sprechen.»

 

Grundsätzlich von der Zuzahlung befreit sind Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Erwachsene können bei ihrer Kasse eine Befreiung von der Zuzahlung für das jeweilige Kalenderjahr beantragen, sofern ihre finanzielle Belastung 2 Prozent des Bruttojahreseinkommens überschreitet. Bei chronisch kranken Patienten ist es 1 Prozent. Mit der Festlegung eines Festbetrags, einem für alle gesetzlichen Krankenkassen geltenden Erstattungshöchstbetrag, lassen sich durch die Krankenkassen auch einzelne Arzneimittel von der Zuzahlung befreien, wenn ihr tatsächlicher Preis 30 Prozent darunter liegt. Sogar jede Kasse allein kann über ihre Rabattverträge definieren, ob ihre Versicherten nur die Hälfte oder gar keine gesetzliche Zuzahlung für die Rabattarzneimittel leisten müssen. Grundsätzlich müssen Patienten 10 Prozent des Arzneimittelpreises zuzahlen: mindestens 5 Euro, höchstens 10 Euro. Die Zuzahlung ist aber immer begrenzt auf die tatsächlichen Kosten des Medikaments.

 

07.01.2016 l ABDA

Foto: PZ/Alois Müller

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Heilpraktiker weisen «undifferenzierte Generalkritik» zurück

In der Diskussion um die Zukunft der Heilpraktiker in Deutschland haben deren Verbände die jüngste Kritik an ihrem Berufsstand...



Rx-Versandverbot: Union bleibt auf Kurs

Seit neun Monaten dürfen ausländische Arzneimittelversender deutschen Kunden Boni auf verschreibungspflichtige Arzneimittel gewähren. Die...



Merkel fordert mehr Einsatz für saubere Antriebsarten

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Autobauer angesichts des Diesel-Skandals zu einem offensiveren Engagement für neue, saubere...



Digitale Rezeptsammelstelle: Prototyp auf der Expopharm

Der Schleier lüftet sich am Donnerstag, dem 14. September: Im Rahmen der diesjährigen Expopharm in Düsseldorf (13. bis 16. September)...

 
 

Umfrage: Onkologische Betreuung statt Methadonrezept
Das Interesse der Patienten an Methadon als Krebsmedikament ist groß, positive Erfahrungen allerdings sehr selten. Das ist das Ergebnis...

NGDA: Digitale Zukunft in Apothekerhand
Der digitale Wandel kommt und mit ihm technische Neuerungen wie die elektronische Gesundheitskarte oder Securpharm. Die Netzgesellschaft...

Sonnenschutz: Blass im Kommen, aber braun bleibt
Jedes Jahr wird Bräune für uncool und Blässe zum Trend erklärt. Aber ist das wirklich so? Bräune müsse eigentlich als Hautkrankheit...

Japan will Genome von Demenzkranken erforschen
Japan plant im Kampf gegen Demenz ein Datenzentrum zur Analyse von Patienten-Genomen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo heute...

Bestrahlung: Wartezeit manchmal länger als Lebenserwartung
Rund 13.000 Krebspatienten bleiben mangels Therapiegeräten jedes Jahr in Griechenland von der Strahlentherapie ausgeschlossen. Das teilte...

Giftschlangen: Weltweiter Engpass bei Gegengiften
Giftige Schlangen verletzen mehr als 2,5 Millionen Menschen im Jahr, schätzungsweise 100.000 sterben. Das Fatale: Es gibt kaum noch...

Pharmabranche fordert bessere Bedingungen für Forschung
Die deutsche Chemie- und Pharmabranche hat im vergangenen Jahr so viel für Forschung und Entwicklung ausgebeben wie nie zuvor. Die...

Pro Impfschutz: Berliner Schüler werden per Bus informiert
Experten der Charité klären Schüler in Berlin und darüber hinaus im kommenden Schuljahr über Impfungen auf. Mit einem umgebauten Linienbus...

Alzheimer: Frühdiagnose über das Auge möglich?
Forscher hoffen, Alzheimer in Zukunft früher und ohne invasive Methoden zuverlässig diagnostizieren zu können – mittels Curcumin-Färbung...

Krankenkassen: Immer mehr auf der hohen Kante
Rekordbeschäftigung und gute Konjunktur füllen die Kassen der Gesetzlichen Krankenversicherung und dürften die Mitglieder vorerst vor...

Noch mehr Meldungen...

PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU