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EGK für Flüchtlinge: Für klare Regeln wird die Zeit knapp

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EGK für Flüchtlinge: Für klare Regeln wird die Zeit knapp
 


Mit Blick auf die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (EGK) für Asylbewerber zum Jahresbeginn drängen die Apotheker in Schleswig-Holstein auf klare Regeln für die Belieferung von entsprechenden Rezepten. Zwar hatte das Land kreisweise einzelne Krankenkassen beauftragt, die Versorgung registrierter Flüchtlinge gegen Kostenerstattung zu übernehmen – dennoch bleiben viele Fragen offen. «Ob die Asylbewerber etwa Mehrkosten zahlen müssen oder ob bei Zuweisung in einen anderen Landkreis auch eine andere Krankenkasse zuständig ist, weiß bislang niemand so genau», sagte Thomas Friedrich, Geschäftsführer des Apothekerverbands Schleswig-Holstein, im Gespräch mit der Pharmazeutischen Zeitung.
 
Der Verband hält daher über die Rahmenvereinbarungen hinausgehende Regelungen für unumgänglich. Im Dezember hatte er den Kassen ein Angebot vorgelegt, in dem er sich bereit erklärt, ihnen den Apothekenabschlag zu gewähren, die Rabattverträge umzusetzen und die Herstellerrabatte kostenfrei über die Abrechnungsstellen einzuziehen. Das ist nach Ansicht des Verbands nicht selbstverständlich, da Flüchtlinge trotz Kartenausgabe den Status als Nicht-Versicherungspflichtige beibehalten, die Arznei- und Hilfsmittelverträge jedoch nur für versicherungspflichtige Kassenmitglieder gelten. Im Gegenzug sollten die Kassen auf Nullretaxationen verzichten.
 
Mit diesem Vorstoß sind die Apotheker jedoch gescheitert. «Die Krankenkassen sehen sich lediglich als Beauftragte und sind ihrer Meinung nach daher nicht befugt, solche Entscheidungen zu treffen», so Friedrich. Denn die Kosten für die Arzneimittelbehandlung zahlt am Ende weiterhin das Land. Der Verband befindet sich mittlerweile im Gespräch mit dem Sozialministerium - doch den Apothekern läuft die Zeit davon. «In zwei bis drei Wochen kommt die erste Abrechnung in diesem Jahr. Bis dahin muss das Land klarstellen, wie etwa mit Rezepten verfahren werden soll, auf denen noch keine Krankenkasse angegeben ist.» Friedrich hofft nun auf eine schnelle, kassenübergreifende Lösung.
 
Die EGK sollen planmäßig alle registrierten Asylbewerber während der ersten 15 Monate ihres Aufenthalts in Schleswig-Holstein bekommen. In dieser Zeit sind sie von der Zuzahlung befreit, haben aber nur einen begrenzten Anspruch auf medizinische Versorgung. Entsprechende Rezepte sollen laut Friedrich mit dem Faktor 9 gekennzeichnet werden. Ob tatsächlich bereits die ersten Asylbewerber eine Gesundheitskarte erhalten haben, ist nicht bekannt.
 
Der Verband geht davon aus, dass Apotheker nicht prüfen müssen, ob ein Flüchtling Anspruch auf eine verordnete Leistung hat oder nicht. «Unserer Auffassung nach ist das die Aufgabe des Arztes», so Friedrich. Im Zweifelsfall empfiehlt er jedoch bei besonders hochpreisigen Medikamenten die Rücksprache mit dem behandelnden Mediziner.
 
Asylbewerber, die länger als 15 Monate in Schleswig-Holstein registriert sind, werden automatisch Pflichtversicherte bei einer Krankenkasse und haben vollen Anspruch auf medizinische Leistung, vergleichbar mit Sozialhilfeempfängern. Sie sind bis zur üblichen Belastungsgrenze zuzahlungspflichtig. Noch nicht registrierte Flüchtlinge werden weiterhin in den Erstaufnahmelagern versorgt. (cm)
 
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07.01.2016 l PZ
Foto: Fotolia/Contrastwerkstatt
 

 

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