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Boykott von «medizini»: Verlag nimmt Stellung

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Boykott von «medizini»: Verlag nimmt Stellung
 


Nach dem Presseecho auf die Entscheidung einer Apotheke in Baden-Württemberg, im Januar kein «medizini» auszulegen, weil darin ein Test mit der Überschrift «Wie zufrieden bist du mit deiner Figur?» enthalten ist, hat sich jetzt der Verlag geäußert. In einer Pressemitteilung des Wort&Bild-Verlags, in dem das Magazin für Kinder von Apotheken-Kunden erscheint, heißt es, dass der kritisierte Beitrag das Bewusstsein dafür schaffen wolle, dass zu viel Beschäftigung mit dem eigenen Körper schädlich sein und zum Beispiel Krankheiten wie Magersucht begünstigen könne. Unter dem Oberbegriff «Wunderwerk Mensch» sollten mit der Frage «Wie zufrieden bist du mit deiner Figur?» zehn- bis zwölfjährige Leserinnen und Leser angesprochen werden, damit in der anschließenden Auswertung des Fragebogens «diese älteren Schulkinder, für die Themen wie Aussehen, Körper, Unter- oder Übergewicht und Ernährung bereits eine Rolle spielen, sich kritisch mit ihrer Selbstwahrnehmung auseinandersetzen», schreibt der Verlag.
 
Und weiter: «Die medizini-Redaktion ist der Meinung, dass sich Kindergartenkinder oder Schulanfänger am besten noch gar nicht mit der eigenen Figur beschäftigen sollten.» Man sei aber davon überzeugt, dass die Themen Aussehen, Figur und Schönheitsideal spätestens am Übergang zu den weiterführenden Schulen relevant sind. «Genau da soll der Beitrag Teenager sensibilisieren, damit sie und ihre Eltern rechtzeitig darauf hingewiesen werden, dass sie sich möglicherweise zu sehr mit ihrem Aussehen beschäftigen.»
 
Dass jüngere Leser zu früh mit dem Thema in Kontakt kommen könnten, befürchtet der Verlag nicht: Der Großteil der «medizini»-Beiträge richte sich zwar an die jüngeren Fans, «die teilweise aber noch nicht lesen können oder das Lesen gerade erst lernen.» Wenn ein Thema Schulkinder am Ende der Grundschule oder am Übergang zu weiterführenden Schulen als Zielgruppe habe, dann, so wisse die Redaktion aus Erfahrung, würden «die betreffenden Seiten von den jüngeren Fans kaum oder gar nicht genutzt».
 
Den Stein ins Rollen gebracht hat die Post-Apotheke in Edingen-Neckarhausen, die wegen des Tests die Januar-Ausgabe von «medizini» nicht auslegen will. «Als Eltern von kleineren und größeren Kindern finden wir es falsch, bereits in diesem Alter Druck in Richtung ‹Bin ich zu dick?› aufzubauen beziehungsweise den Blick in Richtung Schlankheitswahn zu schärfen», begründete die Apotheke ihren Protest. (gm)
 
05.01.2016 l PZ
Foto: Fotolia/BeTa-Artworks
 

 

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