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Spielsucht: Online-Angebote erhöhen Risiko bei Kindern

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Spielsucht: Online-Angebote erhöhen Risiko bei Kindern
 


Durch vermeintlich harmlose Spiele in sozialen Netzwerken im Internet könnten Kinder an das Glücksspiel herangeführt werden. Davor haben Experten des Fachverbands Glücksspielsucht jetzt zum Auftakt einer Tagung in Berlin gewarnt. Mit simuliertem Online-Roulette etwa betrieben Anbieter durch die Hintertür Werbung für klassisches Glücksspiel, so die Sorge der Fachleute.
 
Einige Online-Spiele basieren nach Angaben von Glücksspiel-Forscher Gerhard Meyer von der Universität Bremen nicht etwa auf dem Zufallsprinzip. Vielmehr sorgten Algorithmen dafür, dass die Spieler häufiger gewinnen – so werde Lust aufs Spielen angeregt. Die positive Erfahrung mit dem Spiel könne im späteren Leben zu einer veränderten Einstellung gegenüber dem «echten» Glücksspiel führen, befürchtet der Experte.
 
Als Risikogruppe beim Glücksspiel gelten vor allem junge Männer. Die Zahl der Menschen mit süchtigem und problematischem Spielverhalten in Deutschland wird auf mindestens 500.000 geschätzt. Automaten in Kneipen, Cafés und Spielhallen sind der Verbandsvorsitzenden Ilona Füchtenschnieder zufolge das Hauptproblem. In der Gastronomie sollten sie verboten werden, sagte sie.
 
Zum besseren Schutz von Zockern fordert der Verband eine zentrale Sperrdatei. Vorbild sei Hessen, wo es seit Mai 2014 ein landesweites Sperrsystem für Spielhallen gibt. Dort sind den Angaben nach bis Ende Oktober 2015 bereits 11.600 Sperranträge eingegangen – davon in 120 Fällen durch Angehörige oder Spielhallenpersonal. In den meisten Fällen ließen sich die Betroffenen selbst sperren. Das hatte Folgen: Der hessische Münzautomaten-Verband beklagte Anfang 2015 einen Umsatzrückgang um rund ein Viertel.
 
Bundesweit ist das Vorgehen bisher aber uneinheitlich: Sperren lassen kann man sich in einigen Ländern für jede Spielhalle einzeln, in anderen gar nicht. Für Spielbanken gibt es ein zentrales System. Die nun geforderte Sperrdatei müsse unabhängig vom Spielort sein, sagte Glücksspielforscher Meyer.
 
04.12.2015 l dpa
Foto: Fotolia/Calado
 

 

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